Kommentar
Der Rösler-Effekt bleibt aus

Ob Philipp Rösler bei der Operation FDP-Rettung noch eine große Hilfe ist? Beim Karlsruher Parteitag hat er mit einer kämpferischen Rede versucht, der Basis Mut zu machen. Doch den Saal brachte ein Anderer zum Beben.
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Für die FDP geht es ums Überleben. Verliert sie die Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, verschärft sich ihre Existenzkrise und die Parteiführung kommt gefährlich unter Druck. All das will Philipp Rösler verhindern. Denn es geht auch um seine politische Zukunft und seinen Verbleib an der Parteispitze. Beim Parteitag der Liberalen in Karlsruhe hatte der Niedersachse die Gelegenheit, seinen Parteifreunden  Mut zu machen. Doch das Delegiertentreffen stand auch im Zeichen einer Programmdebatte.

Rösler musste also plausibel machen, warum die FDP nicht sterben darf und gleichzeitig die neue programmatische Ausrichtung der Partei auf eine umfassende Wachstumspolitik erklären. Sicher, beides gehört untrennbar zusammen. Ohne das eine, gelingt nicht das andere. Doch Rösler ist es in seiner Rede nicht gelungen, daraus einen kompakten Weckruf zu generieren. Über 70 Minuten hat er gesprochen. Doch zeitweise wirkten seine Erläuterungen wie das kommentierte Vorlesungsverzeichnis einer kulturwissenschaftlichen Fakultät. Rösler spricht viel von Freiheit. Die FDP als Kraft der Freiheit, die FDP als Kraft der Mitte. Doch richtig packend ist das nicht.

Was die FDP umtreibt, ist die deprimierende Erkenntnis, dass es auch nach dem Wechsel des Vorsitzes von Guido Westerwelle zu Rösler nicht aufwärts geht. Dem Vorsitzenden ist das durchaus bewusst, doch ein Rettungskonzept hat er auch nicht. Stattdessen verheddert er sich immer wieder in Endlosschleifen, um der Basis seine Wachstumsstrategie zu erklären. Viele Delegierte wenden sich da schon gelangweilt ab, vertiefen sich in Zeitschriften oder surfen auf ihren Smartphones.

Beim Kameraschwenk ins Publikum werden auch Christian Lindner und der Kieler Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki erwischt, wie sie ihre Mails checken. Die haben schon vorher gesprochen. Und sie haben es dabei in aller Kürze geschafft, die Delegierten für sich einzunehmen. Wie Rösler spricht auch Lindner frei. Der beschränkt sich aber auf einfache, griffige Botschaften und unterlässt es, schwammige Begriffe in den Saal zu rufen.

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Die Lindner-Show überstrahlt alles

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  • Ach, Herr Lindener, Herr Kafka

    nicht bloß reden, demgemäß Handeln! Bauernopfer FDP in Düsseldorf versua brüderliche Konkusmasse Merkel?! Die Struktur des deutschen Förderalismus in der Veränderung hat Vorrang: Landespolik und Bürgernähe gehen im Übrigen ( es fehlen 180 Milliarden/ vor Bundespolitik.

    Die FDP hat noch 21 Tage die Chance.

  • Fällt Die Partei ins schwarze Loch der Geschichte, ist damit nichts verloren außer der vielen unnützen Redezeiten. Hallo FDP? Wie wär's mal mit einem Reißerthema? Grundeinkommen für alle!

  • Die FDP hat vor der letzten Bundestagwahl viel versprochen und fast nichts gehalten.
    Steuersenkungen, Steuerveinfachungen, Bürokratieabbau, Subventionskürzungen usw. Wo sind denn die Ideen von den Herren Fricke und Solms aus dem Internetblog vor der Wahl, und warum wurde und wird nichts umgesetzt.
    Sie ist nicht nur personell schwach sonden auch inhaltlich. Westerwelle setzt nach wie vor gar keine außenpolitische Akzente ob wohl Deutschland selten so gefragt war wie jetzt und Niebel ist nur peinlich in seinem Amt. Alles nur auf die Person Rösler zu schieben wäre auch unfair.Mit stärken Inhalten und Ergebnissen würde der Wähler seine ruhige Art vielleicht sogar zu schätzen wissen. Deutschland steht in der Welt gut da mit außenpolitscher Verantwortung und als wirtschaftlicher Motor in schwierigen Zeiten und die Regierungspartei FDP hat keinen Anteil daran. Der mediale Rücktritt und das Showretter-Comeback des Herrn Lindner werden maximal nur kurzfristig helfen über die Inhaltsleere der FDP die Wähler zu täuschen.

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