Kommentar
Der Siegeszug der Champions League

In der europäischen Königsklasse geht es um Millionen. Das Sport-Spektakel hat es in den letzten Jahren zu gigantischem Interesse gebracht. Der Siegeszug der Champions League schafft aber auch eine Liga der Verlierer.
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Real Madrid ist Spanischer Meister geworden und hat den Erzrivalen Barcelona in der Primera Division regelrecht gedemütigt. Trotzdem sind die „Königlichen“ nicht richtig zufrieden mit der abgelaufenen Saison. Der nationale Titel zählt wenig, wenn die Erfolge in der Champions League ausbleiben. Doch im Cup der besten europäischen Vereine sind die Madrilenen im Halbfinale ausgeschieden.

Bezwinger von Real war der FC Bayern, mithin ein Klub, der in der heimischen Liga diese Saison nichts zu bestellen hatte. In der Bundesliga dominierte Dortmund. Sollten die Münchener allerdings morgen das Endspiel der Champions League im eigenen Stadion gewinnen, dürfen sie die katastrophalen Auftritte gegen den BVB schnell vergessen. Genau wie für Real ist auch für die Bayern der Gewinn der europäischen Königsklasse das wichtigste Vereinsziel.

Keine andere Sportveranstaltung in Europa hat sich in den vergangenen Jahren so gut entwickelt wie die Champions League. Spätestens vom Viertelfinale an gibt es in diesem Wettbewerb den besten Fußball der Erde zu sehen. Im Gegensatz zu Welt- und Europameisterschaften treffen hier eingespielte Teams aufeinander. Das sorgt für ein Niveau, das Nationalmannschaften selten erreichen. So ist es nicht weiter erstaunlich, dass morgen gut und gerne 200 Millionen Leute vor den Fernsehgeräten sitzen werden, um das Endspiel mitzuverfolgen.

Das gigantische Interesse wird verstärkt durch eine bis ins letzte Detail geplante Inszenierung. Die Anstoßzeiten sind stets dieselben, die Logos tauchen überall in der Kommunikation auf, eine kleine Gruppe von Sponsoren wird geschickt ins Spektakel eingebunden. Das schlägt sich in der Kasse nieder: Alleine die diesjährigen Finalteilnehmer Bayern und Chelsea werden 60 Millionen Euro extra kassieren.

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