Kommentar: Der Übernahme-Kandidat namens RIM

Kommentar
Der Übernahme-Kandidat namens RIM

Bei RIM sieht es nicht gut aus: Derzeit gibt es kein einziges Blackberry-Modell, das die Massen begeistert. Der Smartphone-Pionier wird zum Übernahmekandidat - und der Rücktritt der beiden Gründer kam zu spät.
  • 4

Ein Blick in den App-Store von Blackberry genügt. Schon erschließt sich jedem, wie es um den kanadischen Smartphone-Pionier steht. Bei Apple oder Google gibt es Tausende Apps zu kaufen. So nennen sich die populären Miniprogramme für Mobiltelefone und Tablet-PCs. Bei dem kanadischen Smartphone-Pionier ist es nur ein Bruchteil.

Das hat seinen Grund: Es gibt viel mehr Handys mit den Betriebssystemen von Apple und Google als dem von Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM). Deshalb entwickeln die Softwarefirmen kaum Programme für die Kanadier. Weil weniger Apps zur Verfügung stehen, sind die Telefone aber mit jedem Tag weniger attraktiv.

So befindet sich RIM in einem Teufelskreis, aus dem Firmengründer Mike Lazaridis und sein Partner Jim Balsillie zuletzt keinen Ausweg mehr gefunden haben. Deshalb sind sie gestern von der Unternehmensspitze zurückgetreten. Ihnen folgt der ehemalige Siemens-Manager Thorsten Heins, der bislang für das Tagesgeschäft zuständig war.

Dass der 54-Jährige RIM zu neuen Höhen führen wird, ist nicht zu erwarten. Derzeit gibt es kein einziges Blackberry-Modell, das die Massen begeistert. Und es sieht auch nicht so aus, als käme in den nächsten Monaten ein Blockbuster in die Läden. Selbst viele Manager, einst die größten Fans, haben sich inzwischen von der Marke verabschiedet. Die Geräte der Wettbewerber, allen voran das iPhone von Apple, sind einfach viel attraktiver.

Dazu kommt: Blackberry hat es in jüngster Zeit nicht geschafft, im Geschäft mit den populären Tablet-PCs Fuß zu fassen. Auf diesem Feld dominiert ebenfalls Apple. Doch Google holt mit seinem Betriebssystem Android langsam auf.

Seite 1:

Der Übernahme-Kandidat namens RIM

Seite 2:

Bricht das Geschäft vom RIM bald zusammen?

Kommentare zu " Kommentar: Der Übernahme-Kandidat namens RIM"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @klimar
    Sie haben vollkommen recht! Die verbreitung von Apple im Industriebereich und im Grosshandel ist bescheiden. Dort zählt nicht, die preisgünstigste Pizza zu ermitteln, sondern stabile und wirtschaftliche B2B-Kommunikationsbeziehungen zu gewährleisten. Der Erfolg von SAP ist auch nicht auf einem massenmarkt gewachsen, sondern durch Anpassung an die Bedürfnisse von Unternehmen. Also: lassen wir die Analysten ihr Solitär spielen und ihre "Analysen" unter die ahnungslosen Privatleute bringen. Wer Unternehmensdaten beurteilen kann, sieht das anders und kauft (im Moment noch) RIM-Papiere.

  • muss man Massen begeistern, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein? Massenprodukte sind anfällig gegen Konsumentenpräferenzen. Blackberry hat zumindest eine tadellose Bilanz, ist im gewerblichen bereich gut etabliert, im Gegensatz zu einigen der hochgelobten APP-Anbietern. Und ob ein Industrieunternehmen seine Daten ausgerechnet Google (Android) oder Apple anvertraut, das ist zu bezweifeln. Aber Analysten haben die Eigenschaft, häufig daneben zu liegen.

  • Ich kann nicht nachvollziehen, warum der User dem Admin ein Diktat bei den Smartphones geben wird. Der User hat auch keinen Einfluss auf das Emailsystem, Dokumentenmanagement, CRM, SAP oder andere unternehmensrelevante Infrastrukturen. Der Admin hat vor der Konzernleitung die Unternehmensinteressen zu berücksichtigen und die Unternehmenswerte zu schützen. Das kann dieser nicht mit ZTE Phones oder Applestrukturen.
    Und Quantität bei Apps steht nicht über Qualität der Apps. Ob ich 15 Solitärapps habe oder auch nur zwei, macht keinen Unterschied. Und spätestens beim Roaming wird sich das Kontrolling über die Mengenkommunikation besonders freuen, da unabhängige Studien bereits belegt haben, dass alleine das 4S gegenüber dem iPhone 4 schon dreifachen Datentraffic hat. Es ist einfach immer dem Trend hinterherzurennen und den Schwarzmalerein der anderen nachzueifern, jedoch wird immer unterschätzt, dass bei RIM noch nicht einmal ein Verlust erwirtschaftet wurde und das Unternehmen hoch profitabel ist. Mit 17.000 Mitarbeiten einen Gewinn von > US$ 200m in 3 Monaten zu erwirtschaften ist auch noch nicht vielen gelungen. Das totz der Abschreibung der Playbooks.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%