
Ein Blick in den App-Store von Blackberry genügt. Schon erschließt sich jedem, wie es um den kanadischen Smartphone-Pionier steht. Bei Apple oder Google gibt es Tausende Apps zu kaufen. So nennen sich die populären Miniprogramme für Mobiltelefone und Tablet-PCs. Bei dem kanadischen Smartphone-Pionier ist es nur ein Bruchteil.
Das hat seinen Grund: Es gibt viel mehr Handys mit den Betriebssystemen von Apple und Google als dem von Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM). Deshalb entwickeln die Softwarefirmen kaum Programme für die Kanadier. Weil weniger Apps zur Verfügung stehen, sind die Telefone aber mit jedem Tag weniger attraktiv.
So befindet sich RIM in einem Teufelskreis, aus dem Firmengründer Mike Lazaridis und sein Partner Jim Balsillie zuletzt keinen Ausweg mehr gefunden haben. Deshalb sind sie gestern von der Unternehmensspitze zurückgetreten. Ihnen folgt der ehemalige Siemens-Manager Thorsten Heins, der bislang für das Tagesgeschäft zuständig war.
Das Google-Betriebssystem ist in wenigen Jahren zur meistgenutzten Plattform im Smartphone-Markt aufgestiegen. In dritten Quartal 2011 lief nach Zahlen der Marktforscher von Gartner jedes zweite verkaufte Computer-Telefon mit Android. Das Erfolgsgeheimnis: Google bietet Android den Geräte-Herstellern kostenlos an und lässt sie die Software auch anpassen. Samsung, HTC, LG, Sony Ericsson - die meisten Handy-Produzenten setzen auf die Google-Plattform. Der Internet-Konzern will dabei an Werbeeinnahmen verdienen. Allerdings steht Android auch im Visier besonders vieler Patentklagen.
Smartphones gab es auch schon bevor 2007 das iPhone vorgestellt wurde - doch erst mit dem Apple-Telefon mit seinem großen Bildschirm begann der wirkliche Siegeszug der Computertelefone. Apple hielt mit seiner iOS-Plattform zuletzt laut Gartner 15 Prozent am Smartphone-Markt - heimst jedoch einen Großteil der Gewinne ein, da die gesamte Kette von Geräteentwicklung bis hin zum App Store für passende Programme in der Hand des Konzerns liegt. Mit dem neuen iPhone 4S dürfte Apple zudem zu Android etwas aufgeholt haben.
Microsoft würde sein mobiles Betriebssystem gern als dritte starke Kraft im Smartphone-Geschäft etablierten - doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Ende September dümpelte der Marktanteil weiter unter zwei Prozent. Das Bündnis mit dem Handy-Weltmarktführer Nokia soll es richten: Seit November brachten die Finnen mehrere Smartphones mit dem Microsoft-Betriebssystem auf den Markt und bewerben sie aggressiv.
Lange Zeit war die Nokia-Plattform das Maß der Dinge im Smartphone-Markt, bis iPhone und die Androiden sie vom Thron stießen. Seit Nokia vor allem auf Windows Phone setzt, ist Symbian zwar ein Auslaufmodell - vor allem in Entwicklungsländern ist die Nachfrage aber weiterhin stark. Damit blieb Symbian trotz eines drastischen Einbruchs auch im dritten Quartal die Nummer zwei im Markt mit 16,9 Prozent Marktanteil.
Dass der 54-Jährige RIM zu neuen Höhen führen wird, ist nicht zu erwarten. Derzeit gibt es kein einziges Blackberry-Modell, das die Massen begeistert. Und es sieht auch nicht so aus, als käme in den nächsten Monaten ein Blockbuster in die Läden. Selbst viele Manager, einst die größten Fans, haben sich inzwischen von der Marke verabschiedet. Die Geräte der Wettbewerber, allen voran das iPhone von Apple, sind einfach viel attraktiver.
Dazu kommt: Blackberry hat es in jüngster Zeit nicht geschafft, im Geschäft mit den populären Tablet-PCs Fuß zu fassen. Auf diesem Feld dominiert ebenfalls Apple. Doch Google holt mit seinem Betriebssystem Android langsam auf.
@klimar
Sie haben vollkommen recht! Die verbreitung von Apple im Industriebereich und im Grosshandel ist bescheiden. Dort zählt nicht, die preisgünstigste Pizza zu ermitteln, sondern stabile und wirtschaftliche B2B-Kommunikationsbeziehungen zu gewährleisten. Der Erfolg von SAP ist auch nicht auf einem massenmarkt gewachsen, sondern durch Anpassung an die Bedürfnisse von Unternehmen. Also: lassen wir die Analysten ihr Solitär spielen und ihre "Analysen" unter die ahnungslosen Privatleute bringen. Wer Unternehmensdaten beurteilen kann, sieht das anders und kauft (im Moment noch) RIM-Papiere.
muss man Massen begeistern, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein? Massenprodukte sind anfällig gegen Konsumentenpräferenzen. Blackberry hat zumindest eine tadellose Bilanz, ist im gewerblichen bereich gut etabliert, im Gegensatz zu einigen der hochgelobten APP-Anbietern. Und ob ein Industrieunternehmen seine Daten ausgerechnet Google (Android) oder Apple anvertraut, das ist zu bezweifeln. Aber Analysten haben die Eigenschaft, häufig daneben zu liegen.
Ich kann nicht nachvollziehen, warum der User dem Admin ein Diktat bei den Smartphones geben wird. Der User hat auch keinen Einfluss auf das Emailsystem, Dokumentenmanagement, CRM, SAP oder andere unternehmensrelevante Infrastrukturen. Der Admin hat vor der Konzernleitung die Unternehmensinteressen zu berücksichtigen und die Unternehmenswerte zu schützen. Das kann dieser nicht mit ZTE Phones oder Applestrukturen.
Und Quantität bei Apps steht nicht über Qualität der Apps. Ob ich 15 Solitärapps habe oder auch nur zwei, macht keinen Unterschied. Und spätestens beim Roaming wird sich das Kontrolling über die Mengenkommunikation besonders freuen, da unabhängige Studien bereits belegt haben, dass alleine das 4S gegenüber dem iPhone 4 schon dreifachen Datentraffic hat. Es ist einfach immer dem Trend hinterherzurennen und den Schwarzmalerein der anderen nachzueifern, jedoch wird immer unterschätzt, dass bei RIM noch nicht einmal ein Verlust erwirtschaftet wurde und das Unternehmen hoch profitabel ist. Mit 17.000 Mitarbeiten einen Gewinn von > US$ 200m in 3 Monaten zu erwirtschaften ist auch noch nicht vielen gelungen. Das totz der Abschreibung der Playbooks.
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