Kommentar
Deutsche Dilettanten

So etwas darf einer professionellen Investmentbank einfach nicht passieren. Als Konsortialführer des Börsengangs der Postbank hat es die Deutsche Bank innerhalb von wenigen Wochen geschafft, sich zwei Mal bis auf die Knochen zu blamieren.

Zuerst das unselige Gerangel darum, ob der Börsengang überhaupt stattfindet, oder ob die Posttochter an die Deutsche Bank verschachert wird. Und jetzt die völlig überflüssige Aufregung um die Bewertung der Postbank. Die Post beziffert den Wert ihrer Finanztochter auf 6 Mrd. Euro und die Deutsche Bank sollte ihr helfen, diese Preisvorstellung durchzusetzen. Doch dann taucht ein internes Memo auf, in dem die Deutsche den Wert der Postbank kurzerhand um 1 bis 1,5 Mrd. Euro tiefer ansetzt.

Diese Analyse mag realistisch sein, doch sie schafft auch Tatsachen, wo vorher keine waren. Die Post hat jetzt kaum noch eine Chance, einen höheren Preis für ihre Aktien durchzusetzen. Die Deutsche Bank sieht sich selbst als eine der weltbesten Investmentbanken, doch sie agiert derzeit wie ein blutiger Anfänger.

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