Kommentar
Deutschland bleibt der Wachstumsmotor der EU

Schluss mit der Unkerei: Deutschland muss keine Rezession fürchten, weil alle Akteure aus der letzten Krise gelernt haben. Düstere Warnungen sind übertrieben.
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Seit zwei Jahren schleppt sich die Euro-Schuldenkrise dahin. Täglich überbieten sich Notenbanker, Ökonomen und Politiker mit düsteren Warnungen, und rund um uns versinkt Europa in der Rezession. Kein Wunder, dass viele Deutsche mit bösen Vorahnungen auf das Jahr 2012 blicken. Die bange Frage lautet: Wiederholt sich das Szenario der Jahre 2008/09, als der Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers die größte Finanz- und Wirtschaftskrise seit den 1930er-Jahren auslöste? Auch damals dachten schließlich alle, dass die Krise Deutschland kaum treffen wird, und am Ende stand 2009 ein Minus von fast fünf Prozent beim Bruttoinlandsprodukt.

Die Antwort lautet: Nein, Deutschland wird 2012 keine neue Rezession erleben. Mit einer Einschränkung: solange wir nicht zulassen, dass die Europäische Währungsunion explodiert.
So sieht das auch die deutsche Wirtschaft, wie der zweite Anstieg des Ifo-Indexes in Folge zeigt. Wir werden schon bald die Talsohle durchschreiten. Der Teilindex der Geschäftserwartungen, der die Aussichten für die nächsten sechs Monate abbildet, stieg im Dezember kräftig an. Der Fall des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers ist gestoppt, bevor er so richtig begonnen hat. Von dem Tiefpunkt Anfang 2009 ist der Ifo-Index meilenweit entfernt.

Das Exportgeschäft, das die Wachstumsraten in Deutschland zuletzt auf lange nicht mehr gesehene drei Prozent und mehr getrieben hat, hat sich deutlich abgeschwächt. Das ist angesichts der desolaten Lage auf wichtigen europäischen Märkten kein Wunder. Aber die Binnennachfrage trägt die Wirtschaft weiter.
So wird es wohl bei einer Winter-Delle bleiben und schon im Frühjahr wieder aufwärtsgehen. Die Unternehmen investieren, es werden Häuser gebaut, und das GfK-Konsumklima zeigt, dass die Deutschen sich von den Krisenberichten nicht vom Kaufen abhalten lassen.

Auch die Allianz-Zuversichtsstudie, die auf Umfragen in deutschen Haushalten beruht, kommt zu dem Ergebnis, dass die Menschen ihre eigene wirtschaftliche Lage weitaus besser einschätzen als vor drei Jahren. Dafür dürfte vor allem der gesunde Arbeitsmarkt verantwortlich sein.

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Dramatischer Kurswechsel unter dem Druck der Märkte

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  • Rot, röter, am rotesten... bis es irgendwann, bei einer honorigen Zugabe von Grün, ins kräftige Braun umschlägt!
    Und wie war der Spruch noch einmal? Ach, ja... Der Höhenflug kommt vor dem Fall!
    Sei dem Deutschland wäre die seit jeher von allen rot getünchten herbeigesehnte und herbeimanipulierte Insel der Seeligen, die einzig wirkliche Welt

  • Hallo Herr Heilmann, Sie sind also Ökonom?
    Weshalb beziehen Sie sich dann auf solche komische Dinge wie IFO-Index, Gfk-Verbraucherindex...? Wären Sie ein Ökonom, würden Sie auf Dinge wie Auftragseingang hinweisen, Investitionsquote, Reallohnentwicklung.. Warum tun Sie es nicht? Stattdessen kommen Sie mit einem Bockmist wie einer Allianz-Zuversichtsumfrage daher. Da fragen ich mich schon, Herr Heilmann, ob Sie mich desinformieren wollen? Warum müllen Sie mich mit einem derartigen Dreck voll?

    Es nervt mich zusehend, wie guten Medien, immer mehr zum Schmierfinken werden. Denken Sie bitte beim Handelsblatt mehr an den Ethos einer seriösen Zeitung. Und weniger an Ihre Rendite!! Sie wollen wohl, dass man verblödet - oder wie soll ich den Mist verstehen?
    Hören Sie mal zu Herr Heilmann! Das Europäische Parlament beschloss eine Durchsetzungsverordnung wg. wirt. Ungleichgewichte. Worum geht es?

    http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/content/20110429FCS18371/4/html/Krisengespr%C3%A4ch-Wirtschaftliche-Ungleichgewichte-in-der-EU

    Hier müssten durch Deutschland ein Aufschrei gehen - insbesondere durch die liberalen Medien mit Wirtschaftskompetenz - sofern Sie eine haben.

    Warum berichten Sie darüber nicht? Das ist tatsächlich elementar!! Das beeinflusst die deutsche Wirtschaft bis ins Mark. Der Export - das ist unser super-sensibler Punkt. Wer hier mitregiert - über Brüssel, die ganzen Weichwährungsländer, Defizitländer in der Leistungsbilanz - der entscheidet über das Wohl unserer Nation! Anstelle über so einen IFO-Index zu schwandronieren, sind harte Fakten und Auswirkungen über den sozialistischen Brüssel-Zentralismus wirklich wesentlich für die Entwicklung unserer Volkswirtschaft.

    Erinnern Sie sich an Frau Lagarde? Auf Ihrer Anklagebank steht ganz vorne: Deutschland!
    Ihr Statement findet sich in einer Verordnung wieder. Ihr Artikel?

    http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=TA&reference=P7-TA-2011-0423&language=DE&ring=A7-2011-0182

  • "Wenn die Regierungen in Südeuropa auf dem eingeschlagenen Konsolidierungspfad bleiben, werden sie neue Glaubwürdigkeit gewinnen." Wie kommt der Autor zu so einer These?! Gerade hat die Troika wieder, natürlich stark verklausuliert, darauf hingewiesen, wie klein bis nicht vorhanden die Fortschritte in Griechenland sind. Wer also könnte auf seinem "Konsolidisierungspfad BLEIBEN"?! Wie immer bei den Euromatikern: Glaube, Liebe Hoffnung - und auf dieser Basis soll der Steuerzahler weiter rettten, was doch so offensichtlich nicht zu retten ist? Weil sonst natürlich der Weltuntergang droht, ist klar. Was für ein unfassbarer Schwachsinn, Schluss damit, jetzt!

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