Kommentar: Deutschland muss etwas mehr nach Brüssel überweisen

Kommentar
Muskelspiel bis zum Morgengrauen

Deutschland muss etwas mehr nach Brüssel überweisen

Mitunter scheinen die Staats- und Regierungschefs zu vergessen - oder zu verdrängen? -, was sie einst beschlossen haben. So hatten sie im Sommer vergangenen Jahres immer wieder betont, wie wichtig Regionalförderung ist, um Wachstum und Beschäftigung zu kreieren, vor allem in den ost- und südeuropäischen Krisenstaaten. Nun aber fallen die entsprechenden Gelder im Etat so aus, dass es vielen Empfängerländern unzureichend erscheint. Das passt nur schwer zusammen. In 13 von den 27 Mitgliedstaaten machen die Strukturmittel aus EU-Töpfen immerhin ein Drittel aller öffentlichen Investitionen aus und sind deshalb enorm wichtig für deren weitere Entwicklung.

„Better spending“ hatten vor allem die Nettozahlerstaaten, allen voran Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Schweden gefordert, „besseres Geldausgeben“ also – ob diese Rechnung aufgehen wird, steht in den Sternen. Der Traum vom „europäischen Mehrwert“ eines jeden ausgegeben Euros schimmert doch immer noch als einzulösendes Versprechen.

Die Bundeskanzlerin hat darum gekämpft, dass die Belastung Deutschlands nicht über Gebühr wächst. Gleichwohl wird Berlin künftig etwas mehr Geld an die EU überweisen. Das ist kein Beinbruch, das Land kann das verschmerzen. Schließlich haben sich viele ostdeutsche Regionen nicht zuletzt mit Hilfe von EU-Fördermitteln prächtig entwickelt. Deutschland stellt allen Unkenrufen zum Trotz seine Solidarität unter Beweis.

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