Kommentar
Die falschen Fragen

Im Grunde ist es eine Geisterdiskussion: Ob die Bahn weiterhin das Schienennetz betreibt und ob der Staat Eigentümer bleibt, klärt nicht die wesentlichen Fragen. Wie kann es gelingen, Wettbewerb auf die Schiene zu bekommen, um so endlich den verschlafenen Ex-Monopolisten zu einem kundenfreundlicheren Angebot zu zwingen? Da hilft nur ein starker Regulierer – ganz egal wem das Netz gehört.

Das Beispiel Deutsche Telekom zeigt eindrucksvoll, dass das gelingen kann, selbst wenn das Netz im Eigentum des ehemaligen Staatskonzerns bleibt. Die zweite Kernfrage: Wie kann sichergestellt werden, dass auch in Zukunft in ein flächendeckendes Schienennetz investiert wird? Dass der Markt mit dieser Aufgabe überfordert ist, zeigt das mahnende Beispiel Großbritannien, wo privatisierte Netzgesellschaften die Schienen verrotten ließen und schließlich Bahnunglücke an der Tagesordnung waren. Hier kann sich der Staat nicht aus der Verantwortung stehlen, selbst wenn das Bahnnetz mit an die Börse geht.

kolf@handelsblatt.com

Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum
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