Kommentar
Die hohe Kunst der Unternehmenskontrolle

Welches System der Unternehmenskontrolle ist effektiver? Ist es das der Verwaltungsräte in den USA oder das duale deutsche System? Mit Ruhm bekleckert hat sich jedenfalls weder das eine noch das andere.
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Es könnte so eindeutig sein. "Zehn Jahre nach der Reform der amerikanischen Verwaltungsräte ist die Bilanz ihrer Arbeit deprimierend", schrieb Handelsblatt-Korrespondent Thomas Jahn vor wenigen Tagen an dieser Stelle. Das angeblich so überlegene "monistische" Führungssystem angelsächsischer Prägung hat sich nach seiner Einschätzung als unfähig erwiesen, Unternehmenskrisen rechtzeitig zu erkennen. Ein Punktsieg also für das duale deutsche System? Leider nicht!

Der Kampf um das bessere Konzept der Unternehmensführung und -kontrolle ist weiter offen. Einstufige Verwaltungsräte wie in den USA mit aktiven und beratenden Mitgliedern, den Executives und Non-Executives, haben zwar versagt. Das Trennsystem mit operativem Vorstand und kontrollierendem Aufsichtsrat wie bei uns hat sich allerdings auch nicht mit Ruhm bekleckert.

Zum Beweis muss nicht einmal mehr die Finanzkrise herhalten. Damals erschwerte die ungewöhnliche Situation den klaren Blick auf ineffektive Führungsstrukturen. Nein, heute reicht der Blick auf das Tagesgeschäft heimischer Konzerne, um festzustellen: Die theoretisch sinnvolle Rollenteilung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat schafft es oftmals genauso wenig, Katastrophen abzuwenden.

Beispiele finden sich in vielen Branchen. Die Führung des Druckmaschinenherstellers Manroland etwa hatte den Einbruch am Markt für Drucktechnik übersehen. Das Unternehmen ging pleite. Die Kontrolleure des traditionsreichen Konzerns, allen voran die früheren Großaktionäre MAN und Allianz, haben den Abwärtstrend ebenso verschlafen. Und falls sie doch aufmerksam gewesen sein sollten: Sie haben nicht rechtzeitig durchgegriffen. Das kostete beide Aktionäre viele Millionen. Unerwartet schnell fanden sich übrigens Investoren, die das Kerngeschäft von Manroland aus der Pleite kauften - weil sie sich davon etwas versprechen.

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