
Schon komisch, je nach Blickwinkel nennt man einen Markt mit steigenden Preisen entweder gut und lohnend, oder inflationär und gefährlich. Das ist anscheinend dasselbe...

"Die Gesetze der Ökonomie lassen sich eben nicht endlos austricksen."
Welche denn? Wer macht denn die Gesetze? Sind es nicht doch vielleicht diejenigen, die an den Zinsschrauben drehen, Zinsparolen ausgeben (ab 7% ist ein Staat pleite), ihre Zinswetten versichern, und zwar auf Ereignisse, die dann auch eintreten müssen, weil es sonst nicht genug einbringt oder man zuviel verliert?
Wenn es solche Gesetze gibt, dann ist es mir lieber eine Notenbank sagt, her mit dem Überschuß zum parken oder einstampfen, aber nur wenn ihr mit dem Rest auch wirtschaftet, und zwar tatsächlich WIRTSCHAFTET.
Das ist der Unterschied vom Euro zum Dollar und den anderen Gelddruckern, deren Scheine durch die Weltfinanzwirtschaft wabbern und sich Ziele suchen die viel Geld ohne Arbeit/Wirtschaft versprechen.
DAS ist die wahre Inflation, das die Wirtschaft nicht in der Lage ist, Geld in echte Werte umzuwandeln, Werte mit denen Menschen was anfangen können. Die Geldelite redet von Inflation um die eigene Faulheit und Unfähigkeit zu kaschieren.
Wachstum ist nicht unendlich, ich habe schon 2 Kühlschränke und das neueste Appleteil brauche ich auch nicht, ich will aber gesundes Essen, und zwar für alle. Die Politik hat der Finanzwirtschaft zuviele Freiheiten gelassen, nun müssen diese Leute sehen das sie was daraus machen. Und damit ist nicht gemeint, das die Schere zwischen arm und reich immer größer wird, und noch mehr Sklavenarbeiter in ihren Fabriken verbrennen.
Solche "Assets" braucht kein Mensch.

Kluger Joffe-Kommentar, kürzer und treffender kann man die Situation kaum beschreiben! So sehr ich den Euro liebe und Europa, auf ersteren hätte Deutschland verzichten sollen. Das Moral-Hazard-Problem wird nicht dauerhaft zu lösen sein und Deutschland passt nicht in die Währungsunion, es ist zu wettbewerbsfähig für den Süden. Die Idee Nord- und Süd-Euro (ohne Zollschranken, also sonst alles wie gehabt) wäre unmittelbar teurer, aber eine sehr nachhaltige Lösung gewesen. Der Süden entschuldete und gewönne Wettbewerbsfähigkeit über Abwertung zurück, die Bankguthaben der Kleinsparer blieben in Hartwährung, Löhne und Gehälter nicht. Den Traum von Europa hätte das nicht beeinträchtigt, man hätte es nur als sozialverträglichste Maßnahme vermarkten müssen. Jetzt wird die Inflation gerade in Deuschland kommen, sobald die Asset-Inflation auf Tarifverhandlungen durchschlägt und die Lohn-Preis-Spirale in Gang setzt. Bald werden alle - zurecht - ein Stück vom Kuchen wollen!

"Jetzt wird die Inflation gerade in Deuschland kommen, sobald die Asset-Inflation auf Tarifverhandlungen durchschlägt und die Lohn-Preis-Spirale in Gang setzt. Bald werden alle - zurecht - ein Stück vom Kuchen wollen! "
Ja, aber nur wenn die Gewerkschaften auch durchhalten, aber diese sorgen auch lieber dafür das Konzerne Dividende ausschütten, als das die Arbeitnehmer vom Millardenüberschuß was ab bekommen.
Dieses System ist in der Lage Inflation so zu gestalten, das es immer nur einer Seite gefällt. Und das ist die eigentliche Gefahr. Mehr Lohn in Deutschland tut Europa überhaupt keinen Abbruch, zum jetzigen Zeitpunkt sogar eher das Gegenteil.
Es ist piepegal ob ein Italiener für Euro oder dem Gegenwert in Lira seine Rohstoffe einkaufen muß. Der Gegenwert ist derselbe, Wettbewerbsfähigkeit erreicht man nicht durch Abwertung, sondern dem Streben nach derselben, Kooperation und Bildung.

Sehr vielen Dank Herr Joffe, ich kann Ihren Thesen nur zustimmen. Wenn ich mir allerdings DIE ZEIT ansehe, wird aber was gänzlich anderes verbreitet.
Sehr wichtig finde ich in diesem Zusammenhang auf die Grundursachen der Dotcom-blase und der Subprimekrise hinzuweisen: Beides mal war der hochgelobte Greenspan der Schuldige. Befeuert noch von Clinton (redlining) und Bush (Lehman KO)konnten sich so riesige Blasen bilden.

Die Inflation kommt nicht erst morgen. Sie ist schon längst da. Nur das ihre Höhe mit nur 2% erheblich zu niedrig taxiert ist. Wir bewegen uns schon in Bereichen von 10 - 30 Prozent. Das kann jeder selbst beim Einkaufen feststellen. Die vorhandene reale Kaufkraft unserer Währung ist maßgebend, nicht die von Politikern erträumte.

Sehr intelligente Ausführungen von Herrn Joffe.
Konsequenterweise dürfte die Dauerlüge der Euro-Retter Euro = Europa dann auch in der "Zeit" nicht weiter verbreitet werden.
Wir sind gespannt, ob dort ab jetzt mehr intelligente Menschen wie Gauweiler und Professor Sinn zu Wort kommen, statt dass wie bisher Lügen von Schäuble und Propaganda von Bofinger gedruckt werden.

Eine Plattitüde, stimmt aber wohl dennoch: Die Hoffnung stirbt zuletzt….

Mein lieber Herr Joffe,
die Weisheit des "je mehr Geld in den Markt gepumpt wird, desto schneller steigen die Preise" ist ja richtig. Nur: wohin sind die Gelder der EZB, die die Banken nur zu gerne nahmen, denn geflossen? Zu 95 Prozent nicht in die Wirtschaft der Länder - auch die Verbraucher profitieren bei den für sie relativ hohen Zinsen nicht davon!
Die Gelder wurden zum großen Teil spekulativ in den verschiedensten Märkten, vor allem auch in Schwellenländern und der dritten Welt angelegt. Dort bringt die importierte Liquidität die Finanzen teilweise übel durcheinander. Das wird auch noch Folgen für uns haben....
Und was die unerträglichen 7 Prozent für Spanien und die anderen betrifft: Erinnern Sie noch an die 70ger des letzten Jahrhunderts? Als die Bundesbank fast 9 Prozent auf die Bundesschätzchen zahlen mußte, weil Rot/Gelb den letzten Sachverstand in der Finanzpolitik sausen ließ?
Ist Deutschland darob Pleite gegangen? Nein. Man mußte sich allerdings bescheiden - aber das funktionierte schließlich. Ich werde mich zukünftig aus diesem Themenkomplex aussklinken, es reden mir zuviel Experten zuviel Blödsinn.
Wann ist, bzw. wie wird man eigentlich ein Experte? Etwa, wenn man sich selbst dafür hält?
Ein schönes Wochenende!

@Moika
"Erinnern Sie noch an die 70ger des letzten Jahrhunderts? Als die Bundesbank fast 9 Prozent auf die Bundesschätzchen zahlen mußte, weil Rot/Gelb den letzten Sachverstand in der Finanzpolitik sausen ließ?"
Das ist nur die halbe Wahrheit. 1973 hatten wir 7,1% Inflation (Quelle: http://www.unciatrends.com/inflation-entwicklung-historische-inflationsraten-deutschland/). Bei "fast 9% Zinsen" vor Inflation sind das fast 1,9% Zinsen nach Inflation.
Spanien hat derzeit 2,7% Inflation (Quelle: http://de.global-rates.com/wirtschaftsstatistiken/inflation/verbraucherpreisen/vpi/spanien.aspx). Macht nach Inflation 4,3%.