Kommentar
Die Methode Mittelweg

Klaus von Dohnanyi und seine Expertengruppe zum Aufbau Ost beenden ihre Arbeit wie sie begann: im Streit um große Worte und kleine Ideen. Sie produzieren damit ein ähnliches Ergebnis wie viele andere Kommissionen, die Gerhard Schröder in den vergangenen Jahren eingesetzt hat. Zwar saßen in diesen Gremien immer wieder andere Gestalten herum. Aber im Prinzip ging es immer um die gleiche Mischung aus halbpensionierten Politikern, Gewerkschaftern, Unternehmervertretern und Professoren. Der Kanzler wollte alle einbinden - und erreicht damit wenig.

Gerade in den neuen Bundesländern kann die Methode Mittelweg nicht funktionieren. Die notwendigen Analysen und Konzepte liegen seit Jahren auf dem Tisch. Dohnanyi kann da nichts wirklich Neues beisteuern. Was beim Aufbau Ost fehlt, ist politische Führung. Und Leadership lässt sich nun einmal nicht delegieren. Zu dieser Einsicht hatte sich der Kanzler schon einmal durchgerungen, als er den Aufbau Ost zur „Chefsache“ machen wollte. Darauf warten wir noch immer.

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