Kommentar
Die Musik spielt in China

General Motors baut seine Kooperation mit dem chinesischen Unternehmen SAIC. Peugeot macht sich schon Sorgen um die Südamerika-Kooperation und Opel um den Markt in Osteuropa.
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Im Büro von GM-Chef Dan Akerson muss eine Karte hängen, auf der die Verkaufszahlen der Weltmärkte verzeichnet sind. Auf die schaut der Amerikaner, blickt zufrieden auf die hohen, schwarzen Türme der Statistik in den USA, um dann stirnrunzelnd den Blick auf die kleinen roten Balken in Südamerika zu senken.

Widerwillig wandern seine Augen sodann gen Osten, nach Europa, wo rote Stäbe so tief nach unten stechen, dass ihm die Tränen kommen. Also schnell weiter nach Osten, in das Reich der Mitte, wo wieder schöne schwarze Balken in die Höhe streben.

Aber auch hier stört Akerson eine Kleinigkeit. So fett die Gewinne in China sein mögen, man muss sie mit SAIC teilen. Das Akronym steht für Shanghai Automotive Industry Corporation, die 51 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen besitzt. Noch schlimmer, früher machte man genau halbe-halbe, aber in der Not der Finanzkrise verscherbelte GM einen Prozentpunkt für geschätzte 85 Millionen Dollar an SAIC.

Bei diesem Preis muss Akerson heute schlucken. Das Gemeinschaftsunternehmen setzte im vergangenen Jahr 30 Milliarden Dollar um und erwirtschaftete 3,2 Milliarden Dollar Gewinn - davon erhielt GM 1,5 Milliarden Dollar. Doch wetzt Akerson jetzt die Scharte aus - so gut es geht.

Das Joint Venture wird in zwei Teile geteilt: Finanzen und Produktion. SAIC erhält weiterhin 51 Prozent der Gewinne, teilt sich aber jetzt mit GM auf Augenhöhe das Kommando im operativen Geschäft. Wer nun die Schultern zuckt und das als technischen Krimskrams abtut, der irrt sich gewaltig. „Das ist eine große Sache“, betitelte Morgan Stanley seine Studie zur Umstrukturierung.

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