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Kommentar: Die Rache des Ariel Scharon

Israels Premier präsentiert sich einmal mehr als konsequent. Mit der gleichen Härte, mit der Ariel Scharon gegen massiven Widerstand den Rückzug aus dem Gazastreifen durchsetzte und die dortigen jüdischen Siedlungen schleifen ließ, rechnet er jetzt mit seiner eigenen Partei ab. Er kehrt dem rechten Likud-Block schlicht den Rücken, hegt Ambitionen, eine eigene Partei zu gründen, und bittet den Staatspräsidenten um Auflösung der Knesset.

Diese Entscheidung ist umso bemerkenswerter, als Scharon zu den Mitbegründern der „Einheit“ zählt. Doch Sentimentalitäten waren noch nie Sache des Ex-Generals. Und im aktuellen Fall schon gar nicht. Denn nach der Aufkündigung der Koalition mit der Arbeitspartei sah er zu Recht kaum noch eine Chance zur Fortsetzung seiner ureigensten Politik gegenüber den Palästinensern. Angesichts dieser Perspektive liegt es nahe, aus der Not eine Tugend zu machen. Denn Scharons neue Partei dürfte bei den kommenden Wahlen kräftig absahnen. Ein Likud ohne Scharon muss aber mit seiner Marginalisierung rechnen. Rache ist süß.

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