Kommentar
Die Solarförderung muss intelligenter werden

Debatten über die Photovoltaik in Deutschland gibt es genug. Doch tief genug gehen sie nicht. Das System zur Finanzierung von Solarstrom sollte nicht abgeschafft, sondern intelligenter und flexibler werden.
  • 11

Die Diskussionen über die Förderung der Photovoltaik greifen zu kurz. Statt das bisherige System abzuschaffen oder massiv einzuschränken, sollten wir es intelligenter und flexibler machen sowie eine stärker als bisher am Markt orientierte Förderung ermöglichen.

Die Förderung der Photovoltaik in Deutschland hat in den vergangenen Jahren schon zu kaum vorstellbaren Kostensenkungen geführt – allein in den letzten fünf Jahren um nahezu 60 Prozent! Profitiert haben davon auch Schwellen- und Entwicklungsländer.

Auf der anderen Seite zeigen sich die Grenzen des bisherigen Förderinstrumentariums, das auf dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beruht. Die Anpassung der Garantiepreise hat mit den Preissenkungen der Photovoltaik nicht Schritt gehalten, es ist zu massiven Überförderungen gekommen.

Nun gibt es einerseits Bestrebungen, den bisherigen Fördermechanismus ganz abzuschaffen. Andererseits taucht die Forderung auf, die Rolle der Photovoltaik einzuschränken: Da sich die Erzeugung von Solarstrom auf die Mittagsstunden konzentriert, sollte der Ausbau entsprechend begrenzt werden. So hat sich ein politischer Unterbietungswettbewerb entwickelt – mit dem Ziel, die Förderung von Solarstrom möglichst weitgehend einzuschränken. Nach Erreichen eines bestimmten Deckels solle die Förderung für den Rest des Jahres oder sogar noch längere Zeiträume ausgesetzt werden, heißt es.

Sinnvoll ist aber weder die grundsätzliche Abschaffung des bisherigen Förderinstrumentariums noch die Umstellung auf eine Deckelung. Beides würde den Ausbau der erneuerbaren Energien um Jahre zurückwerfen. Das mühsam hergestellte Vertrauen der Investoren würde zerstört.

Seite 1:

Die Solarförderung muss intelligenter werden

Seite 2:

Eine Alternative aus zwei Elementen

Kommentare zu " Kommentar: Die Solarförderung muss intelligenter werden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich stelle der PV-kritischen Grundstimmung die folgenden drei Thesen entgegen:

    1.) Der Energiepreis über den Tag verteilt hat gerade Morgens und Abends eine Spitze. Der meise PV-Strom fällt aber Mittags an. Es sind daher noch erheblich Investitionen in Speicher notwendig, mit mindestens gleicher Priorität wie der Netzausbau.

    2.) Wenn die Speicher erst mal da sind, muss man sie aber auch füllen können. Und dann ist die Photovoltaik eine ideale Ergänzung der Windenergie. Deswegen ist es sinnvoll, auch heute und in D die PV weiter auszubauen.

    3.) Aich heute schon ließe sich mit einer tageszeitabhängigen Regelung der Einspeisevergütung bei der PV viel erreichen. Auch Morgens und Abends scheint die Sonne, aber es lohnt sich bisher nicht die Module nach Osten oder Wseten auszurichten.

  • Hallo Ekki, natürlich kann man sich an irgendwelchen Strombörsenpreisen das ökologische Herz erwärmen.

    Da die Sonneneinstrahlung aufgrund des hiesigen unstetigen Wetters nur zu bedingt verhersehbaren Stromeinspeisungen führt, müssen die Netzbetreiber Schattenkraftwerke bereithalten. Deren Kosten fliessen nicht in den möglichen Ertrag an der Strombörse ein, allerdings in die Rechnung für den Stromverbraucher.

    Gesamthaft gesehen liegt der Wert von Zufallsstrom etwa bei den vermiedenen Brennstoffkosten abzüglich kurzfristiger Regelleistung.

    Vandale



  • Der Mittagsstrompreis an der Börse im Sommer ist ja wohl der schlechteste, den es gibt. Gerechter wäre zumindest ein Durchschnittspreis aus den Photovoltaikerträgen tagsüber im ganzen Jahr. Als hilfreich erachte ich besonders eine variable Vergütung mit einen elektronischen Zähler, der zwischen dem 9 und 12. Februar die hohen Strompreise von 30 bis 50 ct./kWh (300 - 500 €/ MWh) berücksichtigt hätte, als Strom sehr knapp war.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%