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Die Unsicherheit an den Börsen wächst

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Wie wichtig ist der Aktienmarkt von Schanghai überhaupt? Die Frage hat mehr mit Psychologie und mit Politik zu tun als mit Wirtschaft. Dass die Börse in Schanghai überteuert ist, weiß jeder - außer den Kleinanlegern dort. Und weil vor allem Kleinanleger die Kurse treiben, führt die Börse ein Eigenleben - auch gegenüber dem Aktienmarkt in Hongkong, wo es viel cooler und professioneller zugeht.

Einen vernünftigen Grund dafür, dass einbrechende Kurs in Schanghai auf die anderen Börsen durchschlagen, gibt es also nicht. Das Problem ist nur, dass auch an den anderen Weltbörsen die Unsicherheit wächst, wie lange es noch weiter nach oben gehen kann. In dieser Situation kommt es allen ganz recht, wenn sich ein Anlass findet, der die Kurse wieder ein bisschen drückt. Die Psychologie wirkt also, auch wenn es wirtschaftlich wenig überzeugende Gründe gibt.

Intern spielt sicher auch die Politik eine Rolle. Im Vergleich zu dem riesigen Potenzial Chinas hat die jugendliche Binnenbörse noch nicht die gewaltige Bedeutung - zumal es ja auch noch einen anderen chinesischen Aktienmarkt in Hongkong gibt, der schon erwachsen ist. Die Regierung macht sich trotzdem Sorgen - zu Recht. Die chinesische Politik beruht auf der Gleichung zwischen Politikern und Bürgern: Wir kümmern uns um den Wohlstand, ihr seid damit zufrieden und lasst uns weiterregieren. Ein Crash mit vielen ruinierten Kleinanlegern mitten im wirtschaftlichen Herzen Chinas käme da nicht so gut.

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