Kommentar
Die Wirtschaft steht vor einem schweren Halbjahr

Die Unternehmen beschäftigen sich derzeit mehr mit sich selbst als mit Investitionen. Sie müssen schauen, wie sie heil durch das schwierige nächste halbe Jahr kommen. Ihre Aussichten haben sich deutlich eingetrübt.
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Die deutschen Unternehmen verlieren ihr Vertrauen in die Zukunft. Nachdem schon die Investitionszahlen zum zweiten Quartal gezeigt hatten, dass die Unternehmen nicht mehr auf Zuwachs setzen, bestätigen die neuesten Umfrageergebnisse des Ifo-Instituts, dass sie derzeit vor allem die Frage beschäftigt, wie sie möglichst heil durch das schwierige nächste halbe Jahr kommen.

Zum vierten Mal in folge ist das Geschäftsklima gesunken, ein klares Abschwungsignal. Die Geschäftserwartungen für die nächsten drei Monate fielen nochmals deutlich auf 94,2 Punkte. So niedrig waren sie sonst nur während der Rezessionen 2008/2009 und 2002/2003. Die Exporterwartungen der Industrie, bisher Haupttriebfeder der guten deutschen Wirtschaftsentwicklung haben sich deutlich eingetrübt.

Die deutsche Wirtschaft geht mit schon deutlich gebremster Dynamik in einen Herbst, der verspricht sehr schwierig zu werden. Die Krise in den Südländern des Euroraums wird schlimmer, die Dynamik in den Schwellenländern lässt nach und der anstehende Showdown um das Verbleiben Griechenlands in der Währungsunion birgt Potential für schwere Finanzmarktturbulenzen. Zumindest für einige Monate muss man sich auf Molltöne von der deutschen Konjunktur einstellen.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent

Kommentare zu " Kommentar: Die Wirtschaft steht vor einem schweren Halbjahr"

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  • um das alles zu bezahlen was an Hilfspaketen versprochen
    wurde zu finanzieren muss die Wirtschaft aber nach oben
    gehen und nicht nach unten! wie soll man denn aus dem Sumpf
    rauskommen!

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