Kommentar
Ein Desaster für Opels Mitarbeiter

18 in 64. Zwei Zahlen, die eine Begründung dafür liefern, warum Opel so tief in der Krise steckt. 18 Chefs in 64 Jahren – das kann nicht gutgehen. Und auch der Rauswurf von Karl-Friedrich Stracke ist nicht die Lösung.
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Vielleicht liegt es an der geografischen Nähe von Rüsselsheim und Frankfurt: Sowohl in der Opel-Zentrale als auch auf der Trainerbank der Frankfurter Eintracht herrscht seit Jahrzehnten ein freudiges Kommen und Gehen. Und in beiden Fällen tut es dem großen Ganzen nicht gut.

Der Umgang mit Stracke wirft ein schlechtes Licht auf die Firmenkultur von General Motors. Opels Mutterkonzern verschleißt Manager schneller, als in den Werkshallen Autos vom Band rollen. Das kostet Vertrauen bei der Belegschaft – aber auch bei Kunden.

„Wechsel an der Spitze müssen nicht schlecht sein“, hatte Stracke vor kurzem im Handelsblatt-Interview gesagt. Aus Sicht der Opel-Mitarbeiter ist sein Rauswurf ein aber Desaster. Zu halbherzig sei Stracke gewesen, sagt GM. Das heißt nichts anderes als: ab jetzt wird rasiert.

Denn Stracke ging bei den notwendigen Kürzungen einen recht milden Weg – zumindest angesichts der prekären Lage. Bald dürfte den Posten mit Thomas Sedran ein ehemaliger Unternehmensberater übernehmen. Da können die Betriebsräte schon mal eins und eins zusammenzählen.

Opel steckt weiter in der Dauer-Sanierung fest. Von dem Chefwechsel soll Aufbruchsstimmung ausgehen. Zum 18. Mal in 64 Jahren. Da kann man nur sagen: viel Glück, Opel. Du wirst es brauchen!

Thorsten Giersch
Thorsten Giersch
Chefredakteur Business bei der Verlagsgruppe Handelsblatt / Geschäftsführer digital bei planet c

Kommentare zu " Kommentar: Ein Desaster für Opels Mitarbeiter"

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  • Fakt ist, egal welcher „Manager“ Opel übernimmt, wir haben massive Überproduktionen in der Autobranche. Daran kann keine Geschäftsführung der Welt etwas ändern. Neuentwicklungen also Innovationen, kommen fast immer aus dem Ausland. Wenn Opel nicht ein neues Geschäftsmodell entwickelt, um neue Kunden zu gewinnen, bleibt nur noch die Anpassung nach unten, und die setzt in der Regel immer bei den sog.“ Overheads“ an.

  • Wir brauchen, offenbar aber auch in den USA, wieder Firmenlenker mit Verstand und Intelligenz. Daran mangelt es.
    Die derzitge Generation ist eine Fehlbesetzung.
    Und daran scheiter ja auch gerade Opel

  • nach schlecker kann sich nunmehr die ig-metall auf die schultern klopfen über das was sie mit ihrem dauerhaften widerstand erreicht hat.
    wenn mitbestimmung mitverantwortung auch bei anpassungen erfordert dann ist sie bei opel- wie in manchen anderem großunternehmen gescheitert: die betriebsräte werden von der IG- metall abhängig gemacht, ihnen wird die verantwortung für ihr unternehmen aus der hand genommen durch diffamierung bei einsichtigem verhalten und die gewerkschaft setzt sich nach ihrem scheitern leise ab und gibt die schuld fremden kräften- hiedr dem GM management in den USA

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