Kommentar
Ein globales Beben geht durch die Weltwirtschaft

Die Balance der Weltwirtschaft wird sich komplett verschieben - meint Goldman-Sachs-Starökonom Jim O'Neill. Der Aufstieg der neuen Wachstumsmärkte führe zu einem neuen Kräfteverhältnis auf den globalen Märkten.
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Wir glauben, dass sich die ökonomische Balance der Weltwirtschaft in den nächsten Jahren fundamental verändern wird. Der Aufstieg der neuen Wachstumsmärkte, den wir derzeit beobachten, führt dort zu immensen Wohlstandsgewinnen und zu einem völlig neuen Kräfteverhältnis auf den globalen Märkten.

Einige einfache Zahlenbeispiele: Nach Berechnungen des volkswirtschaftlichen Research von Goldman Sachs werden im Jahr 2050 die fünf größten Volkswirtschaften der Welt aus den vier Bric-Ländern Brasilien, Russland, Indien, China sowie den USA bestehen. Die „Next-11-Länder“, bestehend aus Mexiko, Korea, Indonesien, Türkei, Iran, Ägypten, Nigeria, Bangladesch, Pakistan, Philippinen und Vietnam werden dann gemeinsam ein höheres Bruttosozialprodukt erzielen als die USA; ihr vereintes BIP wird sogar doppelt so hoch wie das von Europa sein.

Diese Zahlen zeigen eine der größten Verschiebungen in der Balance der weltwirtschaftlichen Kräfteverhältnisse: weg von der bislang geltenden ökonomischen Dominanz der G7-Länder hin zu den dynamisch wachsenden Volkswirtschaften in Asien. Um den Wachstumsprozess zu verstehen, ist es hilfreich, die wichtigsten Kräfte hinter dieser Entwicklung etwas genauer zu betrachten.

Einer der großen Treiber für die Transformation auf den Weltmärkten ist das zu erwartende hohe durchschnittliche Weltwirtschaftswachstum. Es dürfte zum Ende dieses Jahrzehnts bei durchschnittlich 4,3 Prozent liegen. Dieses Wachstumsniveau ist deutlich höher als in den vergangenen 30 Jahren. Die Stärke der vier Bric-Staaten und der anderen Wachstumsmärkte ist unserer Erwartung nach der Treibriemen für diese starke weltwirtschaftliche Aktivität.

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Die Zuwachsraten in den Bric-Staaten werden sich abschwächen

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  • Die Philippinen werden mit Sicherheit nicht mehr dazu gehören. Ein Land das über 50% seiner steuereinnahmen den korrupten Herscherfamilien zur Verfügung stellt, dass jeden Investor aus dem Ausland in den Hintern tritt, dass sich von Pfaffen in die Politik hineinreden lässt, dass die sozialen Probleme nicht in den Griff bekommt, dass dem Volk kein funktionierendes soziales Netz, keinen Strom, keine Gesundheitsversorgung anbieten kann, über keine Infrastruktur verfügt, keine Flugberechtigung nach Europa hat,wird den Anschluss an das 21. Jahrhundert niemals schaffen.

  • All dies lässt sich schrittweise ändern. Es bedarf nur endlich einer Person, die genug Feuer und Entscheidungsfreudigkeit in sich trägt und sich unser aus der Praxis entwickeltes Modell anschaut, wie wir durch vollkommen neue Organisationsformen dieses Tal der Tränen - ob Deutschland oder Europa - an uns vorbeigehen lassen können.

  • Unglaublich mit welcher politischen Naivität diese wachstumsvernagelten Zahlenjonglierer Prognosen erstellen, da muss es ja zwangsweise zu Fehlspekulationen kommen.

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