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Kommentar: Ein guter Kontrapunkt

Der Wirtschaftsnobelpreis geht an zwei Forscher, die mit ihrer Arbeit Menschen geholfen haben. Daran sollten sich andere Ökonomen ein Vorbild nehmen. Die Entscheidung ist unpolitisch, aber richtig.

Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften verkündet die diesjährigen Wirtschaftsnobelpreisträger, Alvin Roth und Lloyd Shapley. Quelle: AFP
Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften verkündet die diesjährigen Wirtschaftsnobelpreisträger, Alvin Roth und Lloyd Shapley. Quelle: AFP

Am Freitag rief das Nobelkomitee allen Euro-Skeptikern in Erinnerung, welche Errungenschaften die Europäische Union (EU) dem Kontinent gebracht hat. Die Vergabe des Friedensnobelpreises an die EU war ein starkes politisches Signal. Mitten in der Euro-Krise würdigte das Nobelkomitee ihren Beitrag „zur friedlichen Entwicklung in Europa.“

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Die heutige Entscheidung für den Wirtschaftsnobelpreis setzt einen Kontrapunkt: Mit Alvin Roth und Lloyd Shapley bekommen zwei fachlich unumstrittene Forscher den Preis. Die Entscheidung ist unpolitisch und tut keinem weh. Dennoch ist sie eine gute Wahl.  

In der Vergangenheit hat das Nobelkomitee bewiesen, dass es sich auch beim Wirtschaftsnobelpreis politische Entscheidungen zutraut. So erhielten mit Paul Krugman und Daniel Kahneman auch Wissenschaftler den Preis, die das lange gängige Paradigma effizienter Märkte in Frage stellten. Diesmal hat man sich bewusst anders entschieden.

Mallien Jan
Jan Mallien ist Politik-Redakteur von Handelsblatt Online.

Für die Preisträger spricht, dass es ihnen mit ihrer Forschung ganz konkret gelungen ist, das Leben von Menschen zu verbessern. Durch ihre Arbeiten über die Konzeption von Märkten haben sie zum Beispiel dazu beigetragen, dass Nierenkranke dank Tauschbörsen schneller ein neues Organ bekommen.  Aus komplexen mathematischen Modellen haben sie einen konkreten Vorteil für die Menschen abgeleitet. Das ist ihre große Leistung.

Sie dafür zu ehren, ist auch eine wichtige Botschaft. Allzu oft verheddern sich Ökonomen in komplexen Modellen, die in der Praxis unbrauchbar sind.  

 

 

  • 15.10.2012, 14:53 UhrDagmarK

    "Die heutige Entscheidung für den Wirtschaftsnobelpreis setzt einen Kontrapunkt: Mit Alvin Roth und Lloyd Shapely bekommen zwei fachlich unumstrittene Forscher den Preis. Die Entscheidung ist unpolitisch und tut keinem weh."

    Es gibt viele gute Wirtschaftsfachleute, blöder Weise sind sie nicht politisch korrekt und kommen deshalb nicht zu Worte.

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