Kommentar
Ein neues Traumpaar?

Die Reaktion aus Berlin war mehr als deutlich: Bundeskanzlerin Angela Merkel freut sich wirklich über die Wahl von Nicolas Sarkozy zum französischen Präsidenten. Die Freude ist echt, weil beide schon früher ein ähnlich pragmatischer Politikstil, wirtschaftsliberale Grundüberzeugungen und ein vertrauensvoller Umgang einte.

Damit besteht die Chance auf ein neues schlagkräftiges deutsch-französisches Duo. Erstmals seit langem gehören Präsident und Kanzlerin wieder derselben Parteienfamilie an. Eine Partnerin Segolene Royal und ein weibliches Regierungs-Doppel hätte zwar die Medien gereizt. Aber das gegenseitige Misstrauen beider Frauen hätte nicht unbedingt zu greifbaren Ergebnissen geführt. Sarkozy gilt in Berlin gerade bei der Europapolitik als verlässlicher als die sprunghafte Sozialistin.

Erste und wichtigste Bewährungsprobe des neuen Teams wird nun die Rettung des EU-Vertragungsvertrages sein. Hier muss Sarkozy der Kanzlerin helfen, das überfällige Reformpaket in der EU durchzusetzen. Der Verfassungsvertrag muss in der Substanz erhalten bleiben. Möglich sind nur Änderungen bei Präsentation und Namen, um neue, unkalkulierbare Referenden in den EU-Staaten zu umgehen.

Hilft Sarkozy den Vertrag zu retten, dann ist ihm die Dankbarkeit und die spätere Hilfe Merkels bei anderen Themen sicher. Schießt er quer, dann wird die neue deutsch-französische Liebe schnell zu Ende sein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%