Milliarden sind bei dem Projekt im Spiel, Strom in der Wüste zu produzieren. Ein guter Grund, unnötigen Streit zu vermeiden. Die Stiftung Desertec und die Industrie liefern sich dennoch einen schädlichen Wettbewerb.

Kommentare

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  • Desertec ist derselbe Unsinn wie Offshore Windkraft in D. Ein Projekt der Großkonzerne und Finanzinvestoren die Subventionen abkassieren wollen weil es bald bei Uran und Kohle ein Ende hat.

    Erneuerbare Energien müssen in Dtl erzeugt werden ohne lange, teuer Leitungswege und dezentral. In D gibt es dafür genug Platz.

  • Also über die Aussage "umweltfreundliche Kernkraft" kann ich mich nur noch ärgern!

    - Den GAU in Japan etwa verschlafen?
    - In welchem "Endlager" entsorgen wir Atommüll?
    - Was ist mit dem Lager in Asse? Muß es nicht geräumt werden, was aber technisch unmöglich zu sein scheint?

    Solarenergie wird subventioniert - und Kernkraft nicht? Bezahlen die Stromkonzerne etwa alles???

    Ich erinnere mal - es gibt W E L T W E I T K E I N Endlager für Atommüll!!! Und die Sicherheit? Unbewohnbare Landstriche in der Ukraine und in Japan! Ne handvoll offizielle Tote - Leukämietote, Totgeburten, Behinderungen, Erbgutschädigungen, Krankheiten etc. als Spätfolgen der Atomunfälle gibt niemand offiziell zu! Es lebe die saubere und sichere Atomkraft - die Toten in der Ukraine und Japan, die Menschen und Tiere mit beschädigtem Erbgut sind bestimmt von sauberer Atomkraft begeistert und überzeugt.
    Nach vorn denken!

    Es ist schlicht ein Witz über Kosten anderer Energieträger und Formen alternativer Energieerzeugung zu sprechen - und zu argumentieren - Atomstrom sei billiger. Zeichen der Zeit noch immer nicht erkannt.

    Was kostet die Entsorgung von Atommüll, wenn niemand weiss wie man Atommüll entsorgt? Wir planen mal 10 Milliarden dafür oder 100 Milliarden oder so?

    Sicher gibt es bei der Solarenergie auch Probleme. Man stelle sich aber mal vor, dass man alle Gelder, die in die Entwicklung von Kernkraft gesteckt wurden in die Entwicklung alternativer Energien gesteckt - wir wären Meilen von dem entfernt, was wir heute haben. Aus der Energie der Sonne Wasserstoff herstellen (das sich auch speichern und transportieren lässt!), um damit Brennstoffzellen antreiben - wäre das nicht auch mal eine alternative Überlegung wert?

    Mercedes kündigt für 2015 ein Serienfahrzeug auf Basis der Brennstoffzelle an, warum haben Häuser kein Brennstoffzellenkraftwerk? Weil das die Politik nicht will?

  • Hallo Kritiker,

    der Nobelpreisträger Heisenberg hatte einst vorgeschlagen nukleare Abfälle mit 3m Erde zu bedecken.

    In Deutschland suchte man nach der idealen Lösung und fand diese im ehemaligen Salzbergwerk Asse. Das Bergwerk kostete 1/2 Mio. DM und man lagerte 126000 Fässer Leicht- und Mittelradioaktive Abfälle ein. Salzstöcke sind ideal geeignet als Salzstöcke einen Abschluss von der Biospäre über geologische Zeiträume hinweg bieten, Salz verhält sich plastisch und verschliesst Spalten. Salz hat eine gute Wärmeleitung was für hochradioaktive Abfälle wichtig ist.

    Im Fall Asse wurde das Salzvorkommen bis zum Rande ausgebeutet so das geringe Mengen Wasser aus der Umgebung aufgrund des Gesteinsdrucks einsickern. Es wäre angebracht das Bergwerk wie andere auch zu fluten. Andere Salzstöcke haben seit 220 Mio. Jahren Laugeneinschlüsse. Salz verhält sich plastisch und so schliesst sich das Bergwerk (Oekopropaganda stürzt ein). Ein Bergen der eingelagerten Abfälle wäre nicht nur teuer, sondern auch gefährlich. Die Oekoreligion nimmt eben wenig Rücksicht auf das Leben von Mitmenschen, s. Biosprit.

    Vandale

  • Zeit verschlafen, Kritiker. Die Endlagerfrage ist gelöst durch Transmutation, andere bauen neue, eigensichere Kraftwerke. Sind wir etwa schlauer?
    In Japan hat es KEINEN GAU gegeben, nur Dummöpfe behaupten so etwas die ihr Wissen aus den Medien haben.
    Offenbar nimmt die Anzahl in Deutschland sprunghaft zu. Übrigens, alles was stark strahlt hat schnell ausgestrahlt, lang strahlt Uran was natürlich im Boden ist und Plutonium. Diese Alphastrahler brauchen keine Abschirmung sondern nur Verpackung.
    Ach ja, die Energie im Wasserstoff wird allein zum Komprimieren zum Grossteil aufgezehrt, von der Speicherung mal ganz abgesehen. Auch sicher alles bekannt?

  • Hallo Konrad, Die Transmutation zur Umwandlung radioaktiver Isotope ist eine Fiktion. Die Länder, die aktuell Kernkraftwerke bauen geben kein Geld aus um fiktive Probleme wie die "ungelöste Endlagerfrage" zu lösen. In Deutschland hat der BMU Trittin als eine seiner ersten Amtshandlungen die Wiederaufbereitung verboten mit der der verbrauchte Kernbrennstoff weitestgehend, 95%, wieder genutzt werden kann, um der "Ungelösten Endlagerfrage" nicht im Wege zu sein.

    Weltweit wird ein Dutzend Endlager für Atommüll betrieben. Die WIPP Anlage in den USA, ein Salzstock analog Asse/Gorleben, wo man die hochradioaktiven Abfälle aus militärischer Nutzung unterbringt ähnelt dem einstigen Deutschen Konzept am meisten.

    Technisch gesehen führt die Beseitigung von abgebrannten Kernbrennstoff über die Wiederaufbereitung wo man Uran, Plutonium und die Spaltprodukte trennt, erstere wieder als Brennstoff nutzt. Die Nutzung interessanter Spaltprodukte, Rhodium 50.000€/Kg, Ruthenium 2000 €/Kg, Technetium 83000$/Kg wurde teils entwickelt und ist realistischer als das Lösen fiktiver religiöser Probleme.

    Vandale

  • Arbeitsplätze durch Desertec in Nordafrika

    Ich hatte ein paar Jahre im Mittleren Osten gearbeitet. Sinnvollerweise werden Grossprojekte bei denen Termine, Qualität und ein wenig Technik gefragt sind von Bauunternehmen aus China, z.B. Autobahn, Eisenbahn in Algerien, Türkei, z.B. Flughafenterminal in Kairo, oder jetzt sogar Spanischen Unternehmen durchgeführt. Letztere agieren aufgrund der Baukrise im eigenen Land ziemlich aggressiv und konkurrieren teils erfolgreich mit chinesischen Unternehmen.

    Der lokale Anteil an der Wertschöpfung ist begrenzt.

    Vandale

  • Die Desertec Idee ist nicht neu, sie besteht ja bereits seit den 1970er Jahren. Die Trennung in Desertec Stiftung (Sitz in Hamburg)als "Ideengeber" und dii GmbH (Sitz in München) als industrielle Vertretung macht nicht nur die Kommunikation sondern auch die Alltagsarbeit oft schwer, wenn nicht gar unmöglich, weil beide ganz andere Interessen haben und diese auch vertreten (müssen).

  • Der Journalist hat den wesentlichsten Punkt der Oekosolarmonstren in der Wüste verschwiegen: Wer bezahlt die Subventionen?

    Ich hatte die Solarmillenium Kraftwerke in Spanien analysiert.

    Die Stromerzeugungskosten betragen ca. ein 8-faches der Kosten eines umweltfreundlichen Kernkraftwerks. Die Kosten dürften in Nordafrika leicht höher sein als in Südspanien. Die Sonneneinstrahlung ist in Nordafrika etwas höher, dafür sind auch die Wartungs- und Instandhaltungskosten höher. Es gibt keine knappen Grundwasservorkommen die man als Kühlwasser plündern kann, die Anlage benötigt einen teuren Trockenkühlturm, oder einer Verbindung zum Meer. Es bedarf teurer Expats und vielfach möchten lokale Behörden und Regierungen nicht leer ausgehen.

    Im Gegensatz zu den Solarzellen in Deutschland, die lediglich einen wertlosen Zufallsstrom erzeugen ist der erzeugte Strom in Nordafrika wertvoll (bei lokaler Einspeisung) als dort der Stromverbrauch aufgrund Millionen Klimaanlagen teils mit der Sonneneinstrahlung korreliert. Ein Transport nach Europa mittels einer 3000Km HGUe Leitung ist abwegig als die Nordafrikanischen Länder mittlerweile 10000ende MW selbst verbrauchen. Man könnte den Strom in die lokalen Netze einspeisen und fiktiv (der Subventionen willen) in Deutschland abrechnen.

    Der Materialaufwand für ein derartiges Solarmonster beträgt ca. ein 10-faches dessen eines Kernkraftwerks womit man davon ausgehen kann, dass ein derartiges Kraftwerk nicht gerade umweltfreundlich ist.

    Aufgrund der Kostensituation dürfte die Frage der Subventionsquelle massgeblich sein.

    Vandale

  • Der Unsinn geht in die nächste Runde. Es ist Wahnsinn in nicht stabile Regionen mit so vitalen Projekten zu gehen. Da wird man sofort erpressbar, vom wirtschaftlichen Höchstrisiko mal ganz abgesehen.
    Hoffentlich sind diese Experten bald am Ende sonst kommt unser Bankrott noch schneller!

  • Die Desertec-Stiftung ist ein Tummelplatz für sog. Experten. Es werden in diesem Zusammenschluss schonmal Milliarden verballert ohne in der Praxis ein Ergebnis dafür zu liefern. Damit es nicht so aussieht, als wenn man auf diese Stiftung verzichten könnte, braucht man Vorzeigeobjekte. Es ist so lächerlich und durchschaubar. Die Stiftung wird Milliardensummen an Beraterhonoraren verschlingen und der im Verhältnis zu sehende Nutzen bleibt gering. Hoffentlich wird denen bald der Geldhahn zugedreht.

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