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Kommentar: Eine Chance für den Irak

Die Jagd auf Saddam Hussein nähert sich ihrem Ende. Nach dem Tod seiner Söhne und der Festnahme seines Leibwächters sinken seine Chancen mit jeder Stunde, sich weiter vor den amerikanischen Streitkräften zu verstecken.

Saddam muss den US-Soldaten ins Netz gehen, bevor es Hoffnung auf Frieden und Stabilität im Irak geben kann. Natürlich wird auch die Verhaftung des gestürzten Diktators allein noch keine Wende in dem geschundenen Land bringen; aber sie bleibt die wohl wichtigste psychologische Voraussetzung für einen amerikanischen Erfolg. Ohne die Symbolfigur Saddam wird der fanatische Widerstand kaum durchhalten.

Wenn der Diktator erst in den Händen der Amerikaner ist, stehen die Chancen für eine politische und wirtschaftliche Wiedergeburt im Irak gar nicht so schlecht, wie die meisten deutschen Medien behaupten. Bisher konzentrieren sich die Berichte der europäischen Meinungsmacher nahezu ausschließlich auf die Misserfolge der Amerikaner im Irak. Aber es gibt auch viele Erfolge: Nach vielen wirren Entscheidungen der ersten Wochen haben die Besatzungsmächte endlich eine klare Linie gefunden. Sie gehen hart und kompromisslos gegen die Reste des faschistischen Baath-Regimes vor und entfernen seine Funktionäre konsequent aus allen Ämtern. Der neue US-Zivilverwalter Paul Bremer macht gleichzeitig aber auch wesentlich mehr Druck als sein Vorgänger, um die Bevölkerung in die Entscheidungen einzubinden.

Anders als die deutschen Fernsehsender uns glauben machen wollen, begrüßen große Teile der irakischen Bevölkerung die Aktionen der amerikanischen Truppen. Die lokalen Verwaltungen beginnen vielerorts zu arbeiten. Im Norden und Süden des Landes bilden sich erste Inseln der Stabilität. Auf zentraler Ebene laufen die Vorbereitungen für die Übergabe von Kompetenzen an einheimische Politiker planmäßig. Die einflussreichsten Führer der schiitischen Bevölkerungsmehrheit arbeiten dabei im Gegensatz zu einigen lautstarken Sektierern mit den Amerikanern zusammen. Und last, but not least: Die Erdölindustrie, der alles entscheidende Garant für die wirtschaftliche Zukunft des Iraks, produziert wieder – bis zu geschätzten eine Million Barrel pro Tag. Nein, ein Land ohne Hoffnung ist der Irak weiß Gott nicht. Fehlt nur noch Saddam.

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