Kommentar
Energie-Vision vom Alltag eingeholt

Die Energiewende gestaltet sich schwieriger, als noch vor einem Jahr viele dachten. Konkrete Punkte wie der Netzausbau müssen aber in absehbarer Zeit konsequent angegangen werden, sonst droht Ungemach.
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Heute vor einem Jahr hat die Bundesregierung die Eckpunkte für die Energiewende beschlossen. Längst lassen die Mühen der Alltagsarbeit die große Vision, die mit diesem Beschluss verbunden war, verblassen. Die Politik steht vor der Aufgabe, zahlreiche Einzelentscheidungen zu fällen, ohne dabei das große Ganze aus den Augen zu verlieren.

Die vergangenen zwölf Monate haben gezeigt, wie schwierig das ist. Ständiges Nachsteuern, anhaltende Diskussionen und auch Fehlentscheidungen werden in den kommenden Jahren den Alltag bestimmen. Ein Jahr nach den grundsätzlichen Beschlüssen zur Energiewende ist klar: Das Projekt ist kein Selbstläufer, sein Gelingen keinesfalls sicher. Immerhin hat sich herauskristallisiert, welche Probleme zuerst gelöst werden müssen.

So ist allgemein akzeptiert, dass der Ausbau der Netze hohe Priorität hat. Doch aus dieser Erkenntnis werden nicht die richtigen Schlüsse gezogen. Die Länder sollten eher heute als morgen dem Wunsch der Bundesregierung entsprechen, ihre Zuständigkeit für die Planung besonders wichtiger Leitungen auf die Bundesnetzagentur zu übertragen.

Doch sie werden in übliche Verhaltensmuster zurückfallen und Kompetenzen nur abgeben, wenn sie dafür Gegenleistungen bekommen. Diese Engstirnigkeit kann sich zum ersten Sargnagel für das Großprojekt entwickeln. Dass einige Länder obendrein noch immer an dem Gedanken von der Energieautarkie festhalten, muss ebenfalls nachdenklich stimmen.

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Mit alten Dogmen wird es nicht klappen

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  • Einanderer...Umweltfreundlich bedeutet gem. meiner Definition eine möglichst geringe Veränderung der Umwelt je erzieltem Ertrag. Wenn man den Bau- und den Betriebsaufwand eines Kernkraftwerks, Bsp. AP1000 mit dem Bau- und Betriebsaufwand 1000ender 2MW Windmühlen in Tonnen Material vergleicht erhält man den Faktor 32. Mit etwas Zeit könnte man auch die Giftmüllmengen von Windmühlen mit den geringen Mengen radiotoxischer Abfälle eines KKW's vergleichen und erhält vermutlich einen Faktor um ca. 100 - 1000. Nicht berücksichtigt ist hierbei das der Windmühlenstrom ziemlich wertlos ist.

    Eine Windmühle ist im Verhältnis zu Kernkraftwerken eine Hochrisikotechnologie. Bedauerlicherweise werden keine systematischen Zahlen zu den Unfallopfern von Windmühlen und Solarzellen erhoben. Bei der Installation der Meereswindräder sollen gem. Focus letztes Jahr 5 Menschen ums Leben gekommen sein. Die Zahl der Arbeitsunfälle in KKW ist extrem gering. In Fukushima sind 2 MA des Kernkraftwerks Daiichi in den Fluten ertrunken und 1 ist an Ueberarbeitung gestorben. Opfer durch Radioaktivität bleiben zum Glück der Phantasie Deutscher Medien vorbehalten.

    Sollte man nicht solche Hochrisikotechnologien wie Windräder verbieten?

    Vandale

  • Umweltschädliche Windräder? Aha. Was ist denn bei Ihnen umweltfreundlich? Atom-GAUs etwa? Ok, die kommen nur alle paar Milliarden jahre vor, normal wissenschaftlich prognostiziert, aber trotzdem...

  • Hallo Schuemm...Sie sprechen von einem "sachlichen" Beitrag. Der Beitrag ist allerdings eher erfrischend.

    In einem Stromnetz muss die Einspeisung zu jedem Augenblick gleich der Stromabnahme sein.

    Ein Privathaushalt verbraucht zwischen 0 und 6 kW, durchschnittlich 100W. Eine dezentrale Stromversorgung wäre demzufolge um den Faktor 60 überdimensioniert, als Einzelagregat unzuverlässig und muss extrem flexibel der Last folgen können. Je mehr Verbraucher an ein Netz angeschlossen sind, desto mehr glättet sich der Verbrauch. Ideal ist ein Europäisches Verbundnetz in dem man Lastspitzen über Europa hinweg ausgleichen kann.

    Auf der Erzeugerseite sucht man die Kraftwerke aufgrund der Kostendegression und der Möglichkeit preiswerte Brennstoffe, Kohle, umweltfreundliche Kernenergie zu nutzen möglichst gross zu bauen und diese gleichmässig zu betreiben.

    Windmühlen und Solarzellen speisen Strom entsprechend der Launen des Wetters ein. Die Erzeugung eines umweltschädlichen Windrads kann sich innerhalb von Minuten von 0 auf 100% der Nennleistung ändern. Je mehr Windräder aus verschiedenen Regionen vernetzt sind desto eher lassen sich diese Schwankungen ausgleichen.

    In allen Staaten der Welt sucht man die Stromerzeugung in möglichst grossen, nationalen, internationalen Netze zu
    organisieren.

    "Erneuerbare" Energien Wind und Sonne sind denkbar schlecht für eine dezentrale Erzeugung geeignet.

    Vandale

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