Kommentar
Energie-Wettbewerb ohne staatlichen Einfluss

Die Umstrukturierung der Energieversorgung hin zu mehr regenerativen Quellen ist teuer. Ihre Wettbewerbsfähigkeit noch ungewiss. Der Energieexperte Heinz Jürgen Schürmann fordert deshalb: „Weg mit den Subventionen!“
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Der Staat beeinflusst mit Zuckerbrot und Peitsche den Energieträgermix: Investoren mit dem Angebot erneuerbarer Energien werden durch Subventionen und Vorrangregelungen bei der Netzdurchleitung belohnt, während Kernkraftwerksbetreiber durch vorzeitige Stilllegungen bestraft werden. Es zeichnet sich ab, dass durch Interventionsspiralen ein immer größerer Stromkuchen der Steuerung durch Wettbewerbskräfte entzogen wird.
Die unter Druck der EU-Kommission Ende der 90er-Jahre gestartete Ära der Liberalisierung, Deregulierung und Europäisierung der Energieversorgung erbrachte eine Verbesserung der Performance: mehr Flexibilität und größere Angebotsauswahl, doch schöpfte der Staat die Liberalisierungsrendite zunehmend ab. Die Energieverbraucher kamen nicht in den Genuss rutschender Preise, weil der Staat Aufschläge zugunsten der Mobilisierung erneuerbarer Energien ständig erhöht hat.

Die nun beschleunigt angestrebte Umstrukturierung in der Energieversorgung mit der Dominanz regenerativer Quellen ist mit einer erheblicher Verteuerung verbunden. Und die seit vielen Jahren beschworene Wettbewerbsfähigkeit von Solarenergie und Offshore-Windkraftstrom steht noch in den Sternen. Die notwendigen Ausgleichspuffer für eine Balance unstetig anfallender Beiträge durch regenerative Versorgungsquellen sind auch nicht ausreichend verfügbar und verlangen nach gewaltigen Investitionen.
Die deutsche Energiewende verursacht in den Nachbarländern zunehmend Anpassungsprobleme. Einzelne Länder überprüfen bereits technische Abkoppelungen vom deutschen Stromnetz, um ungewünschte Zuflüsse von zeitweise zu viel erzeugtem Ökostrom zu verhindern. Der von Brüssel angestrebte integrierte Strom- und Gasmarkt wird durch das unkoordinierte Berliner Vorpreschen empfindlich gestört. Bei uns droht durch den Streit zwischen Bundesregierung und Landesregierungen ein Rückfall in nationale Kleinstaaterei mit regionalen und lokalen Monopolen.

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  • Steuerklasse Eins...Die Stromwirtschaft unterscheidet sich von der Oelindustrie als Strom leitungsgebunden ist, der Strom sekundengenau zur Verfügung gestellt werden muss. Eine rein private Stromversorgung ist deshalb schwieriger zu organisieren als eine Oelversorgung die ihr Ende an Tankstellen von 5-6 Konzernen findet.

    Deshalb haben auch Staaten wie die USA, Schweiz, Hongkong wo das marxistische Gedankengut weniger populär ist eine staatlich regulierte, oder staatliche Stromversorgung.

    Vandale

  • Hätte man einen Konzern wie ExxonMobil in der Stromwirtschaft, könnten durchaus Milliardenprojekte, die sich auf halbe Jahrhunderte erstrecken, rein privatwirtschaftlich durchgeführt werden. Voraussetzung dafür wäre natürlich ein stabiles politisches Klima, in dem Konzerne sich frei entfalten können, ohne Gefahr zu laufen von populistischer Politik willkürlich besteuert und zerschlagen zu werden. Letzteres ist in Deutschland nicht mehr möglich.
    Aber auch ohne eine stabile Politik hätten wir viel billigere Energie, wenn man doch nur die Steuern aufheben würde und den Markt "machen lassen" würde.

  • Ohne Subventionen würden sich die billigsten Energien durchsetzen. Das wären zunächst Kohlekraftwerke. Bleibt man auch ohne Subventionen bei den Umwelt-Forderungen und CO2-Emissionshandel, würde sich die Atomkraft als billigste und umweltfreundlichste Energie durchsetzen.

    Leider haben unsere Politiker keinen Sinn für solche Freiheit. Sie wollen den "Gewinner" der Marktwirtschaft selbst bestimmen und nicht dem Markt überlassen - eine pseudo-Marktwirtschaft. Deshalb besteuert man massiv die Einen, und subventioniert massiv die Anderen, solange bis das gewünschte Ergebnis dabei herauskommt.

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