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Abschied von Steinbrück

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Es gibt genügend Schuldenpolitiker

In der Europapolitik soll eine Schulden- und Haftungsunion den Euro retten. Deutschland müsse den anderen seine Bonität zur Verfügung stellen. Auch die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, weiterhin unverkäufliche Staatsanleihen aufzukaufen, also de facto Geld zu drucken, wird von ihm begrüßt, als wäre die Krise nicht durch eine Überdosis an Kredit verursacht worden. Früher hat Steinbrück den Nagel auf den Kopf getroffen; jetzt fängt er an, ihn zu streicheln.

SPD

Diesen sich selbst betrügenden Steinbrück braucht kein Mensch. Schuldenpolitiker gibt es reichlich, in allen Parteien. Das Regal der europapolitischen Schwärmer ist gut gefüllt. Wenn es einen Mangel im politischen Angebot gibt, dann in der Abteilung der Vernunftpolitiker. Einer muss den Genossen doch sagen, dass sie die Tassen im Schrank lassen sollen. Einer sollte der Wirtschaft ein Friedensangebot unterbreiten, ihr das Gefühl geben, dass Wohlstandserzeugung in Deutschland weiterhin erwünscht ist.

Es wäre gut, einer würde den Helmut-Schmidt-Wählern ein Angebot machen, das ihre Sehnsüchte bedient. Es ist nämlich nicht so, dass die Mitte der Gesellschaft keine Sehnsüchte hätte. Ihre Vision ist das Machbare. Ihre Utopie heißt Normalität, was in Zeiten von Banken-, Euro- und Staatsschuldenkrise als unerhörte Kühnheit gelten darf.

Es ist nicht so, dass Steinbrück, der Alte, nicht mehr gebraucht würde. Wie dringlich er gebraucht wird, konnte man an der vergifteten Fürsorglichkeit seines Parteifreundes Torsten Albig erkennen. „Tu dir das nicht an!" sagte der. Steinbrück würde „das Korsett nicht mögen, in das er sich als Kandidat zwängen muss".

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Genau darin bestünde die Mission eines Kanzlerkandidaten Steinbrück. Er soll das Korsett nicht mögen. Er soll es sprengen.

  • 17.08.2012, 07:48 UhrRDA

    Nun, rot-grün und schwarz-gelb haben tatsächlich FDP-Steuerreformen durchgeführt: Senkung der Steuern auf Unternehmens- und Kapitaleinkünfte und weitere Verschiebung der Staatseinnahmen zu indirekten Steuern und Lohnsteuern.
    Dass das die Binnennachfrage geschwächt und Zockereien befördert hat, können wir seit einigen Jahren live miterleben.

  • 16.08.2012, 13:38 Uhrhhm-7

    Gerechtigkeitsblasen, Europawahn, der nicht hinterfragt werden darf, post-Auschwitz Schuldgefühle, die ganze Welt beglüclken wollen und den Deutschen vormachen sie profitierten doch am meisten von dieser Schuldenunion, das kann die SPD solange die rot-grün ausgerichteten Medien den Michl weiter tagtäglich verblöden

  • 16.08.2012, 13:11 Uhrvonderleine

    Oha! Der Verfasser, der es mit VWL im Nebenfach zum Chefredakteur einer ehemals bedeutenden Wirtschaftszeitung gebracht hat, der einst gegen die heute gefeierten Schröderreformen auf primitivste Art polemisierte, der ein Land mit innovativen Unternehmen und einer höchst arbeitswilligen Bevölkerung als krank und im Absturz begriffen brandmarkte, der die auf Enteignung und Entrechtung der Bevölkerung abzielende Politik der Kanzlerdarstellerin unterstützt, kurz, der sich bislang frei von jeglicher Reflektionsfähigkeit zeigte, gibt nun Steinbrück zum Abschuss frei, der dazu angesichts unseres alles andere als nachhaltig zu bezeichnenden Modells mit langfristig nur noch durch den Steuerzahler zu tragenden Leistungsbilanzüberschüssen offensichtlich doch noch fähig ist. Man braucht eben doch keinen deutschen Ryan, wenn die ebenso lernresistente SPD mit Herrn Steinmeier an der Spitze antritt. Schön, dass sich 65 Jahren der Manipulation zu lohnen scheinen.

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