Kommentare
Kommentar: EZB sucht den Mittelweg

Mit ihrer heutigen Entscheidung, den Leitzins um einen viertel Punkt auf 2,75 Prozent anzuheben, hat die EZB das einzig Richtige getan. Die Finanzmärkte sind derzeit sehr labil, viele Aktien- und Rohstoffmärkte hatten in den letzten Wochen zweistellige Verluste zu verkraften. Daher musste die Notenbank alles vermeiden, was zusätzliche Angst und Verunsicherung schüren könnte. Gar nichts zu tun und einfach abzuwarten bis wieder Ruhe einkehrt, schied aus, weil dazu die Inflationssorgen des Marktes zu groß sind.

Außerdem hat die EZB eine Zinserhöhung in vielleicht übertrieben deutlicher Weise bereits angekündigt. Auf der anderen Seite wäre es in einer derart labilen Situation geradezu frevelhaft gewesen, die Märkte mit einem unerwartet großen Zinsschritt zu schocken. Das hätte den Euro nach oben und die Aktienkurse vermutlich weiter in den Keller getrieben.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%