Kommentar
Fairness gefragt bei Lebensversicherungen

Im Fußball ist es einfach: Wer sich unfair verhält, der wird vom Schiedsrichter erst verwarnt und beim nächsten Foul vom Platz geschickt. Ähnlich könnte es der Versicherungswirtschaft ergehen, wenn sie nicht begreift, dass mehr Fairness gegenüber ihren Kunden dringend angebracht ist. Ansonsten könnte die erfolgsverwöhnte Branche ihre Akzeptanz bei Politikern und Kunden verspielen. Diese braucht sie aber, um vom Umbau des Sozialstaats zu profitieren. Schließlich schauen die Konkurrenten aus dem Banken- oder Fondslager längst begehrlich auf die hohen Anteile der Versicherer am Vorsorgemarkt.

Vermeiden sollte die Assekuranz deshalb unfaire Maßnahmen wie die abrupte Einführung gesplitteter Überschussbeteiligungen. Noch im vergangenen Jahr warben die Unternehmen Kunden mit den höheren Garantiezinsen, welche nur noch bis Ende 2003 galten. Doch als die Verträge unter Dach und Fach waren, hieß es plötzlich bei einigen Gesellschaften: Garantien kosten Geld, weshalb die Versicherten auf unterschiedlich hohe Garantien nur noch unterschiedlich hohe Überschussbeteiligungen gutgeschrieben bekommen sollten. Die betroffenen Unternehmen haben hier zu Recht eine Verwarnung der Finanzaufsicht erhalten, welche diese Art der geteilten Gewinnvergütungen verbieten will.

Und zu einem fairen Verhalten gehört es auch, wenn zwischen Versicherern und Kunden gleichberechtigte Bedingungen herrschen. Bisher ist die Assekuranz hier deutlich im Vorteil. Deshalb sollte sie auch die Änderungsvorschläge ohne Wehklagen akzeptieren, welche die Kommission zur Reform des fast 100 Jahre alten Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) gestern in Berlin vorgestellt hat.

Und deren Umsetzung läutet auch mitnichten das Ende der Lebensversicherung ein, wie Hardliner in der Assekuranz jetzt behaupten. Vielmehr werden nur die Verbraucherrechte in einigen notwendigen Punkten gestärkt.

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