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Kommentar: Gefährliches Meisterstück

Springer-Chef Mathias Döpfner ist am Ziel seiner Träume: Der „Bild“-Konzern übernimmt Deutschlands größte Sendergruppe Pro Sieben Sat 1. Doch so richtig Champagnerlaune will im Zeitungskonzern nach der geleisteten Unterschrift nicht aufkommen.

Denn der exorbitant hohe Kaufpreis von rund 3,5 Mrd. Euro stellt Springer vor einer Zerreißprobe. Zum einen gerät der Konzern unter finanziellem Druck und das in einem ausgesprochen diffizilen Markt. Döpfner wird zur Finanzierung des teuren Pro Sieben-Deals um Verkäufe nicht herum kommen. Denn die Sparpotenziale bei Zeitungen und Zeitschriften sind weitgehend ausgereizt. Der Dukatenesel „Bild“ leidet seit langem unter einer schwindenden Auflage. Das Schlimmste: Die Skandinavier drängen mit ihren Gratiszeitungen in den deutschen Markt.

Zum anderen investiert Springer mit Pro Sieben Sat 1 in ein rückläufiges Geschäft. Der Coup ist wie der Griff in ein fallendes Messer. Seit vier Jahren geht es mit dem deutschen TV-Werbemarkt. Ein Ende der Reklame-Krise ist nicht in Sicht.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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