Kommentar
Gefährliches Signal

Akzeptabel oder katastrophal? Der Tarifabschluss für die Stahlindustrie spaltet die Arbeitgeber. Während die betroffenen Unternehmen froh sind, ohne Streik davon gekommen zu sein und die 3,5 Prozent mehr Lohn als „gerade noch vertretbar“ rechtfertigen, kommt aus der übrigen Wirtschaft massive Kritik. Der Grund für diese Bewertungsdissonanz liegt in der Furcht vor der Signalwirkung des Stahlergebnisses auf andere Branchen. Besonders die Metall- und Elektroindustrie ist besorgt. Dort steht Anfang 2006 die nächste Tarifrunde an.

IG-Metall-Chef Peters tönt bereits, die „Jahre des Verzichts“ seien vorbei. Es ist deshalb zu befürchten, dass die Gewerkschaft der Versuchung erliegt, den einer Sonderkonjunktur geschuldeten Stahlabschluss zur Messlatte für die unter hohem Kostendruck stehende Metallindustrie zu machen. Das aber darf nicht passieren, wenn der Exodus industrieller Arbeitsplätze aufhören soll. Die Verantwortung der Tarifpolitik ist viel zu groß, um die von der IG Metall propagierte Kampfarena gegen den Shareholder-Value-Kapitalismus zu sein.

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