Kommentar
Größe allein zählt nicht

Auf den ersten Blick klingt das überwältigend: Die Fusion von Barclays und ABN Amro würde einen Bankriesen im Wert von 160 Milliarden Euro schaffen. Und die Geschäftsbereiche der beiden Konzerne ergänzen sich gut. Aber die Stärken sind des möglichen Plans sind zugleich auch seine Schwächen.

Denn Größe allein ist noch keine Qualität. Und wenn sich zwei Konzerne gut ergänzen, heißt das möglicherweise auch, dass die Synergien bei einer Fusion begrenzt sind. Nicht zu übersehen ist auch, dass beide Banken in der Vergangenheit offenbar schon häufiger über eine Fusion gesprochen haben, ohne sich zu einigen.

ABN Amro steht zurzeit unter Druck der Hedge-Fonds im Aktionärskreis, die eine neue Strategie fordern und praktisch auf eine Zerschlagung der Bank hinarbeiten. Dazu kommt, dass an der Börse Fusionen und Übernahmen zurzeit – obwohl in der Vergangenheit viele nur schlecht funktioniert haben – sehr positiv gesehen werden. Die Gefahr besteht daher, dass in dieser hitzigen Situation eine Fusion zustande kommt, die man bei kühlem Kopf nicht durchgezogen hätte.

Aber hier gilt: Diese Schwäche des Vorhabens könnte auch eine Stärke sein. Denn wenn einer der beiden Partner angeschlagen ist, wird es leichter zu klären, wer bei der Fusion das Sagen hat. Und die eindeutige Klärung der Machtfrage ist Voraussetzung für den Erfolg.

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