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Kommentar: Großbritannien muss um sein AAA kämpfen

Das Land steht am Rande einer Rezession. Die lahmende Konjunktur wird zum Risiko für die Bonitätsnote der Insel. Fitch hat bereits im November gewarnt, dass das Land keine wirtschaftlichen Schocks mehr verkraften könne.

Schlechte Stimmung im Banken- und Versicherungsviertel von London. Quelle: dpa
Schlechte Stimmung im Banken- und Versicherungsviertel von London. Quelle: dpa

Eigentlich war es ein grobes Foul, das Frankreichs Notenbankpräsident Christian Noyer Mitte Dezember begangen hat. Damals ging Noyer ganz unweihnachtlich hart mit den Ratingagenturen ins Gericht und nannte deren Aktionen "irrational und unverständlich". Das war aber noch nicht einmal der kontroverse Teil seiner Tirade.

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Denn der Notenbanker attackierte nicht nur Bonitätswächter wie Moody's, Standard & Poor's oder Fitch, sondern nutzte die Gelegenheit, um auch gleich noch eine Breitseite gegen den Nachbarn jenseits des Ärmelkanals abzufeuern. Wenn die Agenturen überhaupt daran dächten, europäischen Staaten die Rating-Bestnote "AAA" zu entziehen, dann sollten sie doch bitte schön bei Großbritannien beginnen und nicht bei Frankreich, kritisierte Noyer. Die Briten kämpften schließlich mit einem höheren Defizit, höherer Inflation und schwächerem Wachstum als die Franzosen.

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Inzwischen hat Standard & Poor's Frankreich bekanntlich das kostbare "AAA"-Rating entzogen, während die Briten offiziell noch nicht einmal auf die Beobachtungsliste für eine Herabstufung gesetzt wurden. Dafür gibt es einige gute Gründe. Zum Beispiel genießen die Briten den Luxus einer eigenen Zentralbank, die eine für die Bedürfnisse der Insel maßgeschneiderte Geldpolitik verfolgen kann.

Tatsächlich hat die Bank of England bereits im vergangenen Herbst erneut die Gelddruckmaschine angeworfen, um der kränkelnden Konjunktur auf die Beine zu helfen.

Doch trotz dieses unbestreitbaren Vorteils bewegen sich die Dinge für die Briten leider in die falsche Richtung. Das Jahr 2012 mag noch jung sein, doch innerhalb weniger Wochen ist die Gefahr deutlich größer geworden, dass sich Noyers wenig frommer Wunsch doch noch erfüllt.

  • 28.01.2012, 12:03 UhrDerBernd

    Der fatale Fehler begann in den 80er Jahren als Maggi Thatcher, die Realwirtschaft vernachlässigend, sich auf die Finanzindustrie konzentrierte um GB zu sanieren. Das war eben nur eine Verschiebung der Probleme in die Zukunft. Wenn die Ratingagenturen erst einmal genauer hinschauen, dann addiert sich ein weiteres Problem, was aktuell noch zu den Vorteilenen gezählt wird, das Pfund. Eine feste Konvertierung zum Euro oder dem USD würde dann Stabilität bringen aber eben die Flexibilität kosten. Man darf gespannt sein.

  • 27.01.2012, 16:55 UhrAllace64

    Wann ist der Schosshund-Bonus den UK bei den Rating-Agenturen hat aufgebraucht?
    Alle Daten der britischen Wirtschaft sind schlechter als die von Frankreich.
    Schwimmbäder gibt es nur wenige zu schließen, Schulen wurden so wie so noch nie renoviert, was also wollen die Briten tun? Wo können sie noch sparen? Der Housing Markt ist überpreist. Für viel Geld gibt es in UK (nur deutlich außerhalb von London, denn das ist eine eigene Welt) nur Paphäuser zu kaufen mit 5 cm dicken Wänden und Stein und Schindelimmitaten aus Plastik.

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