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Kommentar: Herr Wulff, verzichten Sie!

Das Bundespräsidialamt hat entschieden, aber die Diskussion um den Ehrensold für Christian Wulff ist damit noch lange nicht beendet. Es gibt nur einen Weg dieses unwürdige Schauspiel ehrenhaft zu beenden.

Florian Kolf, stellvertretender Chefredakteur Handelsblatt Online Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Florian Kolf, stellvertretender Chefredakteur Handelsblatt Online Quelle: Frank Beer für Handelsblatt

Es war ein unwürdiges Gezerre, das die Diskussion um Christian Wulff in den vergangenen Monaten begleitet hat. Stets ging es darum, wie weit man die Grenzen des eigenen Verhaltens im Amt dehnen darf, was juristisch erlaubt ist, was moralisch geboten.

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Ganz in dieser Tradition hat auch das Bundespräsidialamt die Gewährung des Ehrensoldes für Wulff begründet, indem es die gesetzlichen Vorschriften zumindest grenzwertig ausgelegt hat. Da Wulff sein Amt nicht aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hat, musste eine politische Begründung gefunden werden. Was sich das Amt dann ausgedacht hat, klingt arg gequält: „Es waren objektive Umstände für eine erhebliche und dauerhafte Beeinträchtigung der Amtsausübung gegeben.“

Niemand konnte wahrscheinlich vom Bundespräsidialamt erwarten, dass es die Entscheidung trifft, Wulff den Ehrensold zu verweigern. Deswegen gibt es nur eine Möglichkeit ehrenhaft aus dieser Klemme zu kommen: Wulff sollte freiwillig auf den Ehrensold verzichten.

Es geht nicht nur um die knapp 200.000 Euro im Jahr, die kann sich Deutschland angesichts der Milliardensummen, die im Bundeshaushalt bewegt werden, problemlos leisten. Es ist das Signal, das Wulff mit einem Beharren auf den Ehrensold und auch auf die sonstigen Privilegien wie Büro, Sekretärin oder Dienstwagen aussendet.

115 Kommentare

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  • 08.03.2012, 13:48 UhrAnonymer Benutzer: joaholl

    Da weiß einer nicht was er von sich gibt.

  • 07.03.2012, 20:20 UhrAnonymer Benutzer: TBauer

    Trotz vieler Fehler die Wulff gemacht hat, sind manche Politiker ganz schön respektlos gegen alle möglichen Personen in allen möglichen Ämtern.
    Schlimme Entwicklung in Deutschland.

  • 07.03.2012, 00:11 Uhrdago138161

    jetzt versteh ich besser, warum so oft getreten wird, wenn der Angegriffene bereits am Boden ist.Muss eine der deutschen Eigenarten sein.

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