Kommentar
Hochkonjunktur bei der Schwarzarbeit

Zwei Nachrichten lassen uns in diesen Tagen, wo sich alles im fernen Berlin ums Sparen dreht, aufhorchen. Zum einen: Es gibt natürlich Wirtschaftswachstum in Deutschland.

Zwei Nachrichten lassen uns in diesen Tagen, wo sich alles im fernen Berlin ums Sparen dreht, aufhorchen. Zum einen: Es gibt natürlich Wirtschaftswachstum in Deutschland. Ein stolzes sogar von sage und schreibe sechs Prozent allein in diesem Jahr. Das jedenfalls hat der „Schattenwirtschafts- Papst“, der österreichische Volkswirtschaftler Friedrich Schneider von der Universität Linz errechnet. Demnach steigt der Umfang der Schwarzarbeit in Deutschland 2003 auf die ungeheure Summe von 400 Milliarden Euro an. Das sind fast 20 Prozent des offiziellen Bruttoinlandsprodukts.

Demgegenüber steht die Nachricht, dass die Oberfinanzdirektion Köln vom kommenden Januar an für ganz Deutschland zentral die Fahndung nach ebenjenen Schwarzarbeitern, ihren Auftraggebern und Hintermännern koordinieren soll. Rund 5 000 Zollkontrolleure mit eigenen grün-weißen Fahrzeugen, ausgestattet mit Martinshorn und Blaulicht, sollen zur Verfügung stehen. Die Beamten im Außendienst werden zudem „zur Eigensicherung“ bewaffnet sein – mit Pistolen und Pfefferspray.

Ein mattes Lächeln über so viel staatlichen Einsatz verbietet sich hingegen. Nicht zuletzt, weil der Hintergrund ernsthafter Natur ist. Immer mehr wachsen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung von Ausländern in Deutschland mit Strukturen der organisierten Kriminalität zusammen.

Deshalb greifen wir schnell zu einer dritten aktuellen Nachricht. Sie kommt ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen und wird die Kölner Schwarzarbeitsfahnder spätestens beim ersten Feierabend-Bier beschäftigen: Jeder zweite Angestellte im Gaststättengewerbe im Land sei „schwarz“ beschäftigt. Na denn: Prost. cb

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