Kommentar
Hollande wird sich der EU beugen

Hollande poltert im Wahlkampf gegen die europäische Sparpolitik. Doch sollte er gewählt werden, wird er selbst den Rotstift ansetzen müssen. Ihm wird nichts anderes übrigbleiben, als sich an Beschlüsse der EU zu halten.
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Der Übervater der französischen Sozialisten, François Mitterrand, hat der Nachwelt eine ebenso arrogante wie interessante Botschaft hinterlassen: „Ich war der letzte französische Präsident. Nach mir werden nur noch von Europa dirigierte Administratoren und Financiers kommen,“ sagte der erste linke Präsident der französischen Nachkriegsgeschichte.

Mitterrands politischer Ziehsohn François Hollande wird an diese Worte vielleicht noch öfter denken müssen, sollte er am kommenden Sonntag siegreich aus dem zweiten Wahlgang hervorgehen und als zweiter Sozialist nach Mitterrand in den Élysée-Palast einziehen.

Im Wahlkampf konnte sich Hollande noch als großer Erneuerer präsentieren, der im Kampf gegen die europäische Schuldenkrise alles anders macht als sein Vorgänger. Als Präsident dürfte er aber bald feststellen, dass der politische Spielraum des französischen Staatsoberhauptes äußerst begrenzt ist.

François Mitterrand konnte es sich noch erlauben, linke Träume zu verwirklichen, Schlüsselindustrien und Banken zu verstaatlichen, das Rentenalter zu senken und die Arbeitszeit zu verkürzen. Erst nach drei Jahren Regierungszeit, als die französische Wirtschaft am Abgrund stand, riss Mitterrand das Ruder herum.

Politisch bestraft wurde er für den katastrophalen Irrweg der ersten Jahre nie. Im Gegenteil: Dieu (Gott), wie ihn die Franzosen halb spöttisch, halb ehrfürchtig nannten, durfte das Land noch elf Jahre länger regieren.

Hollande dürfte es ungleich schwerer haben. Frankreich steht gewaltig unter Druck. Die EU-Kommission erwartet, dass der neue Präsident das Haushaltsdefizit von 5,2 Prozent im vergangenen Jahr spätestens 2013 unter den EU-Grenzwert von drei Prozent drückt.

Kommentare zu " Kommentar: Hollande wird sich der EU beugen"

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  • Schäuble säuft sich den Euro schön und Frau Berschens versucht es mit schreiben.

  • "Hollande wird sich der EU beugen"
    der EU schon aber er wird sich Merkel bestimmt nicht beugen, Merkels Vasall Sarko wird heute eine fessée (Haue auf Popo) bekommen. (wohl verdient auch)

  • „Ihm wird nichts anderes übrigbleiben, als sich an Beschlüsse der EU zu halten.“

    Sie mal wieder Frau Berschens,
    warum sollte sich Hollande an irgendwelche EU-Beschlüsse halten?
    Die EU-Verträge sind doch nicht das Papier wert, auf welchen sie geschlossen wurden.
    Ich kann Sie ja als HB-Korrespondentin in Brüssel verspechen, daß sie dort gerne weiterarbeiten möchten.
    Es geht schließlich auch um ihre persönliche und berufliche Zukunft, wenn die EU und der Euro in naher Zukunft impoldiert.
    Dann schreiben Sie aber bitte in ihren Kommentaren dazu, daß Sie in der Sache „EU und Eurorettung befangen sind“, besten Dank!
    Einen schönen Abend nach Brüssel!

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