Kommentar
HP bringt „Über“-Software

Was ist die englische Steigerung von Super? Über! Daher hat Hewlett-Packard kurzerhand auch ein „Über“-OS – ein Über-Betriebssystem (Operation System) – vorgestellt, das als Crossplattform mit den unterschiedlichen Betriebssystemen Unix, Linux oder Windows von einer einzigen Konsole aus arbeiten kann.

Sollte das „Über“-OS so reibungslos funktionieren, wie dies die Ankündigung verspricht, wäre das zweifelsohne ein gewaltiger Fortschritt für die Informationstechnik und könnte der in den vergangenen drei Jahren arg gebeutelten IT-Industrie neuen Aufschwung geben. In den Rechenzentren der Unternehmen finden sich nämlich nicht nur der unterschiedlichsten Maschinen verschiedener Hersteller in schönem Durcheinander, sie laufen auch auf verschiedenen Betriebssystem.

Hewlett-Packards neues Angebot ist Teil eines technischen Feldzuges, in dessen Rahmen die Großen der Computerbranchen – IBM, HP und Sun Microsystems – ihren Kunden „Computing on demand“, also Rechen- und Speicherleistung auf Nachfrage, verkaufen wollen. Im Branchenjargon wird die dazu nötige Technik Grid (Raster) oder Utility (Versorger) Computing genannt. Bei IBM heißt das Programm „Autonomic Computing“, bei HP „Adaptive Enterprise“ und bei Sun N1. Die drei Kontrahenten nähern sich von unterschiedlichen Ausgangspunkten dem neuen Kundenangebot. Der vierte Mitbewerber, der texanische Computerhersteller Dell, will ein derartiges Programm erst auflegen, wenn er eine direkte Nachfrage seiner Kunden zu derartigen Leistungen sieht.

Der Computerindustrie muss es gelingen, mit neuen kostensparenden Techniken die Eiszeit mangelnder Investitionen zu beenden. Dies könnte durch Programme geschehen, bei denen nur die tatsächlich genutzte Leistung abgerechnet wird. Sollte HPs neue „Über“-OS diesen Ansatz fördern, könnte der Konzern aus dem kalifornischen Palo Alto zu „Über“-HP aufsteigen. Das wäre ganz im Sinne der ehrgeizigen Chefin Carly Fiorina.

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