Kommentare

_

Kommentar: Hü und hott

Zum Betrug gehören immer zwei – und leider lassen wir alle uns nur allzu einfach betrügen. Der Pferdefleischskandal legt unsere eigene Dummheit als Verbraucher bloß.

Eine sattmachende Portion Lasagne hat ihren Preis. Quelle: Reuters
Eine sattmachende Portion Lasagne hat ihren Preis. Quelle: Reuters

Eine Lasagne besteht aus mehreren Schichten Pastateig, dazwischen werden üblicherweise passierte Tomaten, Bechamelsauce und Hackfleisch gefüllt, Gemüse wie Karotten und Sellerie macht sich auch nicht schlecht. Sie können statt des Fleischs übrigens auch Fisch nehmen, Kabeljau oder von mir aus Lachs. Sie können allerdings nicht erwarten, dass ihnen ein Koch eine sattmachende Portion davon für unter drei Euro herrichtet. Wenn er es doch tut, dann wird irgendetwas faul sein mit ihrer leckeren Lasagne. Vielleicht ist zum Beispiel Pferdefleisch drin.

Anzeige
Oliver Stock
Oliver Stock, Chefredakteur Handelsblatt Online

Liebe Kunden, liebe Käufer, liebe Lasagne-Liebhaber – Sie sehen, worauf ich hinauswill: Wer nicht seinen Verstand einsetzt, seine Augen aufmacht und wer zu allererst auf den Preis und nicht auf die Qualität beim Einkaufen achtet – der wird eben übers Ohr gehauen. Das ist unerhört und das darf nicht sein – aber zu einem Betrug, wie er im Pferdefleischskandal vorgekommen ist, gehören eben immer zwei: Der Betrüger und der, der sich nur allzu gern betrügen lässt. Letzterer - das sind wir alle. Und wir alle können aufpassen, nicht übers Ohr gehauen zu werden.

Darüber hinaus gilt noch etwas: Niemals war das an Angebot an Lebensmitteln, das in deutschen Kaufmannsläden ausliegt, so reichhaltig und so gut kontrolliert wie heute. Niemals war es einfacher, sich abwechslungsreich und ausgewogen zu ernähren. Niemals wurden Menschen in Deutschland älter als heute, was auch mit einer guten Ernährung zusammenhängt. Daran ändert auch eine falsch deklarierte 400-Gramm-Packung Lasagne nichts.

 

 

 

  • 16.02.2013, 22:32 UhrGast

    Das ist doch Blödsinn.Man dürfte doch mehr erwarten.Wer in grösseren quantitativen Chargen produziert kann sein Produkt am Ende auch für einen ganz anderen Preis anbieten als zum Vergleich im kleinen Kaufmannsladen um die Ecke,wenn es ihn überhaupt noch gibt.Der Verfasser des Artikels lebt anscheinend in seiner eigenen Welt.Wohl auch weil es im finanziell gut geht und man nicht bei den Lebensmitteln auf den Preis achten muss.

  • 16.02.2013, 08:54 Uhrlensoes


    Mr. Stock, lustig ihre Argumentation. Dem gierigen Verbraucher trifft eine Teilschuld bei kriminellen Machenschaften der Agrarmafia und hauseigener politischer Helfershelfer.

    Soll die Wirtschaft den Dreck halt nicht anbieten und vernünftige Qualitaet zu angemessenen Preis liefern.

    Vielleicht käm die dressierte Sat/Pro7 verblödete Jungvolkgesellschaft mal auf die Idee zu kochen.

  • 15.02.2013, 11:32 UhrUser1389

    teuer ist nicht gleich gut, ABER weder kann billig = gut sein, noch muss teuer gleichbedeutend mit hoher Qualität sein.
    Was folgt für mich als Verbraucher ? -überhaupt nichts derart stark verarbeitetes kaufen.
    Auf jeden Fall darf man sicher sein, wer Lasagne für 2€ oder Hamburger für 1€ haben will, bekommt, was ihm gebührt.

  • Kommentare
EEG-Ökostromumlage: Beobachten Sie jetzt genau Ihren Stromanbieter!

Beobachten Sie jetzt genau Ihren Stromanbieter!

Die Ökostromumlage sinkt im nächsten Jahr. Auch wenn es sich nur um einen Mini-Betrag handelt, sollte Ihr Stromanbieter den an Sie weitergeben. Wenn nicht, wechseln Sie. Er tut ihnen nichts Gutes.

Kommentar zur EU-Kommission: Junckers Bauernopfer

Junckers Bauernopfer

Hilfst Du mir, helf' ich Dir, so ist das in der Politik– auch in Brüssel. Dass das Parlament Vize-Chefin Bratusek als EU-Kommissarin ablehnte, hat viel mit taktischen Spielchen im Poker um politische Macht zu tun.

  • Kolumnen
Der Werber-Rat: Absurde Quotendiskussion

Absurde Quotendiskussion

Es werden seltsame Debatten geführt. Wenn nicht mehr die Qualifikation zählt, sondern vor allem das Geschlecht, dann ist das eine neue Form von Diskriminierung.

Der moderne Mann: Man ist, was man trinkt

Man ist, was man trinkt

Herr K. ist bekennender Opportunist. Und obwohl er Tee für so geschmackvoll hält wie in Olivenöl eingelegte Stützstrümpfe, hat er sich nun eine teure Glastasse besorgt. Denn Tee steht wie alle Moden für eine Haltung.

Der Werber-Rat: Wechselfieber

Wechselfieber

Kaum hat die Bundesligasaison begonnen, da klagen die Trainer über zu viele Verletzte. Eine kleine Regeländerung würde da helfen. Zum Beispiel schont der fliegende Wechsel die Akteure und macht die Spiele spannender.

  • Gastbeiträge
Gastbeitrag zur Bankenunion: Die Bankenunion kommt zu früh

Die Bankenunion kommt zu früh

Im November tritt die Bankenunion in Kraft. Verfrüht, findet Ognian Hishow: Weil viele Banken nicht genug Kapital aufweisen, wird die EZB als Bankenaufseherin Maßnahmen ergreifen, die die Geldwertstabilität gefährden.

Gastbeitrag zur Türkei: Erdogans Verhalten ist ein Ausdruck des Scheiterns

Erdogans Verhalten ist ein Ausdruck des Scheiterns

Kritik an der türkischen Politik gegenüber dem IS ist berechtigt, wenn auch aus anderen Gründen als häufig angeführt. Günter Seufert über die gefährliche Politik der Türkei, mit der sie sich außenpolitisch isoliert.

Gastbeitrag zum EZB-Anleihen-Programm: Eine spannende Verhandlung

Eine spannende Verhandlung

Der Europäische Gerichtshof muss die Frage klären, ob das OMT-Programm der EZB zum Ankauf von Staatsanleihen rechtens ist. Das Urteil wird mit Spannung erwartet. Aber ist es entscheidend? Denkbar sind drei Szenarien.

  • Presseschau
Presseschau: Kursturbulenzen am Horizont

Kursturbulenzen am Horizont

Die Hoffnung auf neue Geldspritzen von den Notenbankern lässt viele Anleger schon wieder einsteigen. Doch die Wirtschaftspresse ist sich nicht so sicher, dass EZB, Fed & Co. wirklich so viel ausrichten können.