Kommentar
Internationale der einfachen Lösungen

Der Zwang zu Einsparungen führt dazu, dass nationalistische Parteien immer mehr Zuspruch bekommen. Ein Hauch der 20er-Jahre zieht durch Europa. Ein Grund: Die seriöse Politik findet keine Antworten auf simple Fragen.
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PariDie extremen Parteien in Europa rüsten auf. Es ist kein Zufall, dass gleichzeitig die holländische Regierung stürzt und die extreme Rechte in Frankreich bei den Präsidentschaftswahlen so stark wird wie noch nie: In den Niederlanden macht sich der Rechtspopulist Wilders aus dem Staub, weil er nicht den Kopf für eine zunehmend unpopuläre Sparpolitik hinhalten will. Den Griechen die Hammelbeine langzuziehen war gut. Aber den eigenen Wählern Einschränkungen zumuten? Da nimmt er lieber den Notausgang.

Die französische Front National würde sich gar nicht erst wie Wilders in die Regierungsverantwortung einbinden lassen. Sie ist mit dem Versprechen zur drittstärksten Partei geworden, dass sie eine „nationale Sammlungsbewegung“ an die Stelle des „korrupten Systems der Eliten“ setzen werde. Nimmt man die extreme Linke noch hinzu, die sich teilweise ähnlicher Argumente bedient wie die Front National, hat am vergangenen Sonntag ein Drittel der Franzosen der europäischen Nachkriegsordnung ein Misstrauensvotum erteilt.

Die Rechtspopulisten in der EU einen mehrere Ziele. Ob „Wahre Finnen“, Partei der Freiheit in den Niederlanden, Lega Nord in Italien oder Front National in Frankreich: sie wollen die Auflagen der EU nicht länger hinnehmen, verlangen die Rückkehr zu nationaler Entscheidungsvollmacht und mehr oder weniger offen den Rückzug ihrer Länder aus dem vereinten Europa.

Die zur staatlichen Schuldenkrise ausgeartete Finanzkrise hat den Extremen kräftigen Auftrieb verschafft. Die Argumente fallen ihnen nur so in den Schoß: Warum sollen wir für die Spekulation des „internationalen Finanzkapitals“ aufkommen? Europa schützt die Banken und führt die Steuerzahler zur Schlachtbank, weshalb soll man diesen überbezahlten Funktionären gehorchen? Die Griechen haben Milliarden verjubelt, warum sollen wir jetzt noch mehr für sie zahlen? Europa steht sperrangelweit offen für Flüchtlinge und für Güter aus Ländern, die sich nicht an unsere Regeln halten – wann schützen wir unsere Grenzen?

Kommentare zu " Kommentar: Internationale der einfachen Lösungen"

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  • Ja was für wirres Zeug ist das denn?! Man weiß gar nicht wo man anfangen soll hier zu widersprechen!
    Jedem klar denkenden Menschen muss inzwischen klar sein, dass
    der Euro eine Fehlkonstruktion ist und sich die Europa nicht so entwickelt, wie sich das evtl. einige ausgemalt hatten. Einfach eine Gemeinschaftswährung einführen schafft nichts außer Problemen für alle Beteiligten und wird zum Spaltpilz zwischen den Staaten Europas , anstatt zu größerer Vereinigung zu führen.-- Man kann die Personen, die sich
    über das Ignorieren gewisser Regeln des Maastrichter Vertrags aufregen, die nicht an weiteren Garantien für
    zum Großteil selbstverschuldete Schulden in Euro-Ländern
    aufkommen wollen, nicht in die rechte Ecke stellen.
    Die Politik hat bewiesen, dass sie weder willig noch fähig ist ausufernden Finanzspekulationen Grenzen zu setzen,noch die Banken besser zu kontrollieren, noch hat man auf die Warnungen vor Einführung des Euro gehört die von namhaften Personen wie Prof Starbaty oder Herrn Sinn u.v.a.kamen.Alle Euro-Länder werden inzwischen mit negativem Status von Rating Agenturen beurteilt außer Deutschland, das noch als stabil gilt. FR.,IT.und SP werden demnächst mit Unterstützung vieler anderer Euro Staaten auf Euro-Bonds bestehen und auch hier wird D. wieder nachgeben, anstatt
    auszutreten aus dieser unglücklichen Allianz. Übrigens zeigen alle Länder vor allem Interesse an Vorteilen für ihr Land und an einem vereinten Europa ist wenig Interesse festzustellen,außer gewisse verbale Äußerungen.

  • Hören wir doch einmal auf das, was Olaf Henkel zu sagen hat. Herr Henkel ist kein Populist und weder gegen Europa noch gegen den Euro. Er will den Nord-Euro solange das noch geht, und nur als zweite Option die Rückkehr zu den nationalen Währungen, wie das zu Zeiten der EWG war.
    Derart schwere Kriesen, wie wir sie heute bemerken und kommentieren müssen, gab es eben zu EWG Zeiten nicht.
    Der Euro wurde mit heißer Nadel gestrickt, wie wir heute erkennen müssen.
    Mit Nationalismus hat eine berechtigte Kritik an diesem Fehlkonstukt herzlich wenig zu tun. Ein Festhalten am Euro, so paradox das auch sein kann, vermag den Natationalismus in Europa allerdings eher zu verstärken als das Gegenteil zu bewirken.

  • 'Wilders aus dem Staub, weil er nicht den Kopf für eine zunehmend unpopuläre Sparpolitik hinhalten will'

    was ist DAS für ein verlogenen satz...?!?!?..es wird immer absurder hier...

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