Kommentar
Iran-Krise bedroht die Weltwirtschaft

Iran ist bei den Atomgesprächen erneut auf Konfrontationskurs gegangen. Jetzt ist schnelles Handeln gefordert. Kommt es zum Konflikt, stürzt die Welt in eine tiefe Wirtschaftskrise.
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Iran ist bei den Atomgesprächen in der irakischen Hauptstadt Bagdad erneut auf Konfrontationskurs gegangen. Teherans Verhandlungsführer Said Dschalili wies am Donnerstag die Vorschläge der 5+1-Gruppe für eine baldige Rückkehr der internationalen Inspektoren zu den iranischen Atomanlagen zurück. Experten erwarten, dass Israel und die USA nur noch bis zum Jahresende die Möglichkeit haben, das iranische Atomprogramm zu stoppen.

Ist diese Deadline korrekt, hat sie große Auswirkungen auf die Entwicklung der Weltwirtschaft. Dann steht die Welt vor dem größten Wandel seit dem Fall des Eisernen Vorhangs. Es gibt drei plausible Szenarien.

Szenario 1: Iran wird Atommacht. Das würde zu einem Wettrüsten im gesamten Nahen Osten führen. Saudi-Arabien, die Türkei und Ägypten würden selbst nach der Atombombe streben, was wiederum ein weltweites Wuchern von Atomwaffen auslösen könnte. Die Gefahr, dass ein einfaches Missverständnis millionenfaches Leid und gigantische Zerstörung mit sich bringt, würde zunehmen.

Natürlich würde Iran mit der Atombombe in der Hinterhand seinen außenpolitischen Zielen mehr Nachdruck verleihen können. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Führung ihre Ankündigung wahr macht, Israel anzugreifen, würde steigen - und damit auch die Wahrscheinlichkeit eines israelischen Gegenangriffs.

Szenario 2: Israel greift die iranischen Atomanlagen an. Das würde die größte politische Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs bedeuten. Denn natürlich würde Iran einen Gegenangriff starten, Seite an Seite mit Hisbollah und Hamas und moralisch unterstützt von der arabischen Welt. Iran würde die Straße von Hormus schließen und so einen Großteil der Ölexporte von der arabischen Halbinsel in den Westen unterbinden.

Bei einem Erfolg des iranischen Gegenangriffs würden die USA intervenieren und in einen Nahost-Krieg hineingezogen, der den Irak-Konflikt unbedeutend erscheinen lassen würde. Und schließlich würden auch Spannungen zwischen eher proiranischen Ländern wie Russland, China oder Indien und eher proisraelischen Staaten wie den USA und vielen europäischen Ländern entstehen.

Szenario 3: Iran lenkt kurz vor Fertigstellung seiner Atomwaffen ein. Es hätte dann schon viele militärische und politische Vorteile einer Atommacht - ohne dafür den Preis der andauernden Sanktionen der westlichen Welt zahlen zu müssen. Zugleich würden die USA wohl Israel von einem Präventivschlag abhalten. Der Preis dafür wäre dann allerdings ein Leben auf der Rasierklinge: Iran könnte jederzeit seine Bombe fertigstellen - die restliche Welt wäre erpressbar.

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Schwere Folgen für die Weltwirtschaft

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  • Aha ... ist ja interessant das die Weltwirtschaft nun auf einmal von einem Drit-Weltsland abhängig ist!
    Kriegstreiberei vom aller feinsten ist dieser Artikel!
    Also geht es am ende doch um Rohstoffe wie Öl und Gas und nicht um das was permanent in den Medien behauptet wird!

  • Es gibt kein waffenprgramm im iran..pannetah, Der Mosad, die Cia, der Bnd, britische sowie etliche andere geheimdinste koennen nicht falsch liegen, aber das handelsblatt hat da besser informationen, Iran ist so schlimm sanktioniert schlimmer gehts garnicht, wenn sie die karte angucken fragt man sich WIESO HAT DER IRAN SEIN LAND AN ALL UNSERE NATO STUETZPUNKTE GEBRACHT das ist ironisch gemeint, Der Iran haette er eine atombombe wuerde niemals sie gegen isreal einsetzen weder eine kofferbombe noch eine richtige der klerus im iran wuerde doch nicht heiliges land nuklear verseuchen , dazu palestinenser umbringen , die guten juden (in mullah sprache keine zionisten) dazu noch libanon verseuchen, es ist alles propaganda, der iran hat mit der turkei und brazilien schon mal versucht den streit beizulegen vergeblich , in bagdad wurde dem iran nichts als geschank angeboten es wurde nur gefordert ...HIER GEHTS NICHT UM ATOMBOMBE , HIER GEHTS UM DIE LETZEN GROSSEN ENERGYRESERVEN DER WELT ..MACHEN WIR UNS NICHTS VOR...

  • Weniger der Iran bedroht die Weltwirtschaft als die übergroße Abhängigkeit vom Erdöl der OPEC Länder - die aufgrund rückgängiger Funde auch noch immer größer wird.

    Und dagegen hilft nur eins: Öl sparen und sich so schnell wie möglich davon unabhängig machen.

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