Kommentare

_

Kommentar: Jain und Fitschen müssen Fehler eingestehen

Tiefrote Quartalszahlen und ein Nettoverlust von über zwei Milliarden Euro. Die Botschaft der Deutsche-Bank-Chefs: Das Ackermann-Modell ist tot, es lebe die neue Bank unter der Führung von Jain und Fitschen.

Jürgen Fitschen (links) und Anshu Jain, das Spitzenduo der Deutschen Bank. Quelle: dapd
Jürgen Fitschen (links) und Anshu Jain, das Spitzenduo der Deutschen Bank. Quelle: dapd

Die beiden neuen an der Spitze der Deutschen Bank räumen auf. Anshu Jain und Jürgen Fitschen packen alles, was machbar ist, in das Jahr 2012. In das Jahr, das ihr Vorgänger Josef Ackermann noch maßgeblich mitgeprägt hat. Das Ergebnis: Tiefrote Quartalszahlen und ein Nettoverlust von über zwei Milliarden Euro. Die Botschaft: Das Ackermann-Modell ist tot, es lebe die Deutsche Bank unter der Führung von Jain und Fitschen.

Anzeige
Robert Landgraf

Nach etlichen Ankündigungen wollen die beiden Neuen mit Maßnahmen im vierten Quartal nun wirklich der Investorengemeinde, den Politikern und der Öffentlichkeit zeigen: Wir haben die Botschaft verstanden und beim Firmenwert, bei Rechtsstreitigkeiten und auch der Umstrukturierung der Bank möglichst viel abgeschrieben, um freie Bahn zu haben. Freie Bahn für einen Kulturwandel der Bank, in der der Kunde König ist und nicht mehr der Bonus der Banker im Mittelpunkt steht.

Protokoll der PK „Die Grundlagen für einen Kulturwandel sind gelegt“

Wer die Werte der Deutschen Bank nicht anerkenne, sei bei dem Geldhaus an der falschen Stelle, sagt Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen. Auf der Pressekonferenz wird die Bilanz erläutert. Wir waren live für Sie vor Ort.

Protokoll der PK: „Die Grundlagen für einen Kulturwandel sind gelegt“

Doch ist das glaubwürdig? Mit Jain und Fitschen stehen zwei Manager an der Spitze der Bank, die jahrelang maßgeblich die Ausrichtung der Bank mitbestimmt haben. Das gilt gerade für den Inder, der das Investment-Banking leitete und damit am Ende des Tages für viele Exzesse mitverantwortlich war. Es geht hier um eine Vergangenheit, die nicht Ackermann alleine bestimmt hatte.

Quartalsergebnis Deutsche Bank schockiert mit Milliardenverlust

Unter anderem schlugen Rechtsstreitigkeiten negativ zu Buche.

Quartalsergebnis: Deutsche Bank schockiert mit Milliardenverlust

Einen Neuanfang wagt die Bank bei den vielen Rechtsstreitigkeiten. Sie will die Bankskandale aufarbeiten. Zeichen dafür sind nicht nur die immer wieder öffentlichen Äußerungen von Jain und Fitschen. Vielmehr zählen die hohen Rückstellungen von einer Milliarde Euro, die für Rechtsstreitigkeiten zurückgelegt wurden. Das hat die Deutsche Bank sicher nicht nur wegen des Libor-Skandals gemacht, wo etliche hundert Millionen an Strafe das Institut belasten werden, wenn es zu dem erwarteten Vergleich kommt. Auch in den Rechtsstreitigkeiten mit dem pleite gegangenen Medienunternehmen Kirch wird das Institut bestimmt eine außergerichtliche Einigung anstreben.

  • Kommentare
Kommentar: Von der Kampfdrohne zur Friedenstaube

Von der Kampfdrohne zur Friedenstaube

„Dieser Krieg muss ein Ende haben“: Obama ruft die Wende im Kampf gegen den Terror aus. Weniger Drohnenangriffe, das Aus für Guantanamo – der Präsident scheint es ernst zu meinen. Er arbeitet an seinem Vermächtnis.

Kommentar: Die neue Generation der Alten

Die neue Generation der Alten

Spielekonsolen müssen sich im Konkurrenzkampf mit Smartphones und Tablets ihre Daseinsberechtigung neu verdienen. Microsoft geht dabei mit der neuen Entertainmentmaschine Xbox One eine heiße Wette ein.

  • Kolumnen
Dutschke spricht: Der ganz normale Mietwahnsinn

Der ganz normale Mietwahnsinn

Die Politik beginnt zu erkennen, dass der Immobilienmarkt in den Großstädten für viele unbezahlbar zu werden droht. Doch ihr Handlungsspielraum ist begrenzt. Es fehlt schlichtweg an Wohnungen – und an Geld.

Was vom Tage bleibt: Die Wahrheit über den Schuldenschnitt

Die Wahrheit über den Schuldenschnitt

Der Euro-Gruppen-Chef setzt sich ins Fettnäpfchen, vielleicht mit Absicht? Der Pampershersteller macht seinen alten Chef zum neuen Chef. Mit China droht ein Handelskrieg und Fahrradfahrer dürfen auch nicht länger betrunken fahren. Der Tagesbericht.

Handelsblog Bernanke, der Fuchs

Wenn Ben Bernanke, der Chef der US-Notenbank, hinauffährt zum Capitol Hill und mit Abgeordneten und Senatoren diskutiert, werden immer wieder dieselben Argumente ausgetauscht. Und dabei zeigt sich meist, dass der Notenbank-Chef seinen... Von Frank Wiebe. Mehr…

  • Gastbeiträge
SPD feiert Geburtstag: Große Marke ohne Kern und Vision

Große Marke ohne Kern und Vision

150 Jahre mit einem gefühlten Marktanteil von 30 Prozent im Markt ist eine Meisterleistung. Mannesmann oder Quelle könnten ein Lied davon singen, wenn es sie noch gäbe. Glückwunsch für die SPD - und ein Marken-Check.

Gastbeitrag: „Die SPD hat sich nie verleugnet“

„Die SPD hat sich nie verleugnet“

Politik sei das langsame Bohren harter Bretter, sagte Max Weber. In 150 Jahren hat die SPD tatsächlich viel hartes Holz gebohrt und viel erreicht. Für die Zukunft muss sie sich eines bewahren: ihren Mut.

Gastkommentar Lafontaine: Plädoyer für ein neues Währungssystem

Plädoyer für ein neues Währungssystem

Das Eurosystem ist falsch konstruiert und kann nicht funktionieren. Ein Haus, dessen Statik nicht stimmt, bricht irgendwann zusammen. Deshalb brauchen wir ein stabileres neues europäisches Geldsystem.

  • Presseschau
Presseschau: „Spaniens Tage sind gezählt“

„Spaniens Tage sind gezählt“

Die Verstaatlichung der spanischen Großsparkasse Bankia ist nach Medieneinschätzung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die entscheidende Frage sei, wie Spanien die Rettungsmaßnahmen bezahlen wolle. Die Presseschau.