Kommentar: Jain und Fitschen müssen Fehler eingestehen

Kommentar
Jain und Fitschen müssen Fehler eingestehen

Tiefrote Quartalszahlen und ein Nettoverlust von über zwei Milliarden Euro. Die Botschaft der Deutsche-Bank-Chefs: Das Ackermann-Modell ist tot, es lebe die neue Bank unter der Führung von Jain und Fitschen.
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Die beiden neuen an der Spitze der Deutschen Bank räumen auf. Anshu Jain und Jürgen Fitschen packen alles, was machbar ist, in das Jahr 2012. In das Jahr, das ihr Vorgänger Josef Ackermann noch maßgeblich mitgeprägt hat. Das Ergebnis: Tiefrote Quartalszahlen und ein Nettoverlust von über zwei Milliarden Euro. Die Botschaft: Das Ackermann-Modell ist tot, es lebe die Deutsche Bank unter der Führung von Jain und Fitschen.

Nach etlichen Ankündigungen wollen die beiden Neuen mit Maßnahmen im vierten Quartal nun wirklich der Investorengemeinde, den Politikern und der Öffentlichkeit zeigen: Wir haben die Botschaft verstanden und beim Firmenwert, bei Rechtsstreitigkeiten und auch der Umstrukturierung der Bank möglichst viel abgeschrieben, um freie Bahn zu haben. Freie Bahn für einen Kulturwandel der Bank, in der der Kunde König ist und nicht mehr der Bonus der Banker im Mittelpunkt steht.

Doch ist das glaubwürdig? Mit Jain und Fitschen stehen zwei Manager an der Spitze der Bank, die jahrelang maßgeblich die Ausrichtung der Bank mitbestimmt haben. Das gilt gerade für den Inder, der das Investment-Banking leitete und damit am Ende des Tages für viele Exzesse mitverantwortlich war. Es geht hier um eine Vergangenheit, die nicht Ackermann alleine bestimmt hatte.

Einen Neuanfang wagt die Bank bei den vielen Rechtsstreitigkeiten. Sie will die Bankskandale aufarbeiten. Zeichen dafür sind nicht nur die immer wieder öffentlichen Äußerungen von Jain und Fitschen. Vielmehr zählen die hohen Rückstellungen von einer Milliarde Euro, die für Rechtsstreitigkeiten zurückgelegt wurden. Das hat die Deutsche Bank sicher nicht nur wegen des Libor-Skandals gemacht, wo etliche hundert Millionen an Strafe das Institut belasten werden, wenn es zu dem erwarteten Vergleich kommt. Auch in den Rechtsstreitigkeiten mit dem pleite gegangenen Medienunternehmen Kirch wird das Institut bestimmt eine außergerichtliche Einigung anstreben.

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