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Kommentar: „Katrinas“ Warnung

So funktioniert die Mediengesellschaft. Die grausigen Erwartungen an die Verwüstungen durch den Hurrikan „Katrina“ werden so grotesk gesteigert, dass danach rasch Erleichterung einsetzt. Weit mehr als 50 Tote, Schäden von über 30 Mrd. $ – na und? Wie den Tsunami haben die Börsen die neue Katastrophe abgehakt, das öffentliche Interesse schwindet, die Politik wendet sich ab.

Tatsächlich sind die schlimmsten Szenarien (noch) nicht eingetreten, gerade deshalb sollte „Katrina“ als Warnung ernst genommen werden. Der Klimawandel hat längst begonnen. Die Ursachen sind noch nicht erforscht, aber die Mittäterschaft der Menschen ist klar.

Wer die globale Erwärmung bremsen will, muss jetzt handeln. Die USA und viele andere Industrieländer müssen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren. Die eigentliche Gefahr aber droht aus China und anderen Schwellenländer: Ihr Energiehunger ist gigantisch. Wird er weiter fast nur mit Öl und Gas gesättigt, steht bald nicht nur der Süden der USA unter Wasser, sondern auch weite Teile Europas.

Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik
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