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Kommentar: Kohls vertane Chance

Nein: Ex-Kanzler Helmut Kohl hat die CDU-Parteispendenaffäre, selbstverständlich, nicht auf eine neue Stufe gehievt und eigene Bestechlichkeit eingeräumt. Nichts anderes hätte es ja bedeutet, hätte er im Augsburger Korruptionsprozess gegen den früheren Rüstungsstaatssekretär Holger-Ludwig Pfahls ausgesagt, dieser habe seine Entscheidung für den Export von 36 Schützenpanzer an Saudi-Arabien beeinflusst. Stattdessen bleibt Kohl, selbstverständlich, bei seiner Darstellung, er habe den Deal aus Loyalitätsgründen mit den im Golfkrieg kämpfenden USA befürwortet.

Will heißen: Die Bundesregierung Kohl sei nicht käuflich gewesen! Und Kohl selber? Der hat die Chance nicht beim Wickel gepackt, um die CDU-Affäre endgültig zu beerdigen. Das wäre einfach gewesen: Er hätte bloß die Namen jener noch immer anonymen Spender nennen müssen, die ihm just zur Zeit des Panzer-Deals über zwei Millionen Mark in Bar geschenkt hatten. Bis heute ist nicht geklärt, wer Kohls spendierfreudigen Freunde sind und was sie damit bezweckten. Vertane Chance.

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