Kommentar
Kommentar: Liberale im Hintertreffen

FDP-Chef Guido Westerwelle hat seinen „Reform-Express“ auf die Wahlkampfreise geschickt. Sein Generalsekretär zog noch symbolisch die rot-grünen Bremsklötze unter den Reifen des Wahlkampfbusses hervor, bevor er zur offiziellen Auftaktveranstaltung nach Düsseldorf startete. Doch derzeit kommt es einem so vor, als ob nicht Westerwelle und seine FDP der Motor des Reformprojekts Deutschland ist, sondern Paul Kirchhof.

FDP-Chef Guido Westerwelle hat seinen "Reform-Express" auf die Wahlkampfreise geschickt. Sein Generalsekretär zog noch symbolisch die rot-grünen Bremsklötze unter den Reifen des Wahlkampfbusses hervor, bevor er zur offiziellen Auftaktveranstaltung nach Düsseldorf startete. Doch derzeit kommt es einem so vor, als ob nicht Westerwelle und seine FDP der Motor des Reformprojekts Deutschland ist, sondern Paul Kirchhof.

Der Kompetenzkandidat Merkels schlägt ein Tempo an, das die FDP blass aussehen lässt. Waren es doch die Liberalen, die die einheitliche niedrige Besteuerung für alle, die so genannte Flat Tax, in ihrem Wahlprogramm stehen hatten. Jetzt ist Kirchhof damit in aller Munde. Das bei ihm ein niedrigeres und einfacheres Steuerrecht nur Pflicht für ihn ist, versteht sich von selbst. Die Liberalen tun sich sichtlich schwer mit dieser ungewohnten Rolle.

Auf die Frage, ob Kirchhof seiner Partei den Rang ablaufe, antwortet Westerwelle stoisch nur noch mit "aber wirklich nicht " - eine Antwort die im Wahlkampf nicht ausreichen dürfte.

Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros
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