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Kommentar: Konfrontationskurs bei VW

Bei VW, noch bis vor einigen Monaten Musterbeispiel eines behäbigen Großkonzerns, herrscht Aufruhr. Und der Aufruhr hat einen Namen: Wolfgang Bernhard. Kaum hatte der neue VW-Markenchef sein Büro in Wolfsburg bezogen, war nichts mehr so wie vorher. Statt der üblichen Betonung der Stärken legte Bernhard sofort und gnadenlos die Schwächen des Autobauers offen: Die Produktion ist zu teuer, die Qualität zu schlecht. Besonders die Kernmarke VW hat zu lange über ihre Verhältnisse gelebt, Folge einer zu starken Konzentration auf Deutschland und vor allem auf den Stammsitz Wolfsburg.

Immer wieder aufs Neue wurde darauf vertraut, dass steigende Absatzzahlen irgendwann die Produktion auslasten und profitabler werden lassen. Über die Nachfragedellen versuchte sich VW mit immer neuen Arbeitszeitmodellen des damaligen Personalvorstandes Peter Hartz zu retten. Arbeitsplatzabbau war tabu, bei der internen Vergabe von Aufträgen war die Auslastung des Stammwerkes immer eines der wichtigsten Argumente. Falsch dabei waren nicht die durchaus intelligenten Hartz-Modelle, sondern war die Einschätzung, dass es sich um eine kurzfristige Nachfrageschwäche handele. Die harte Realität wurde auch aus Rücksicht auf das Verhältnis zu den Arbeitnehmern ignoriert.

Bernhard, unbelastet von dieser VW-Kultur, sieht die Dinge anders. Er hat sich vorgenommen, VW im Eiltempo zu sanieren, schreckt vor Konfrontationen nicht zurück. Die Haltung „Wolfsburg zuerst“ hat ausgedient. Es gilt das Credo der Profitabilität. Internationalen Herausforderungen begegnet er mit einer internationalen Sichtweise. Das ist hart für die Belegschaft, aber überlebensnotwendig für den Konzern: VW wird ein ganz normales Unternehmen.

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