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Kommentar: Konjunktur für den Henker

Es ist eine makabere Statistik, die Amnesty International alljährlich präsentiert. Und diesmal fällt sie besonders grausam aus: Fast 3 800 Menschen sind im letzten Jahr rund um den Globus hingerichtet worden - so viele wie seit 25 Jahren nicht mehr. Dass China dabei mit mindestens 3 400 Exekutionen absoluter Spitzenreiter ist, wirft ein grelles Schlaglicht auf die dortige Menschenrechtssituation. Aber auch auf all jene, die dies meist schweigend akzeptieren, weil sie dem Kommerz höhere Priorität einräumen als der Rechtsstaatlichkeit.

Für andere Staaten, in denen ebenfalls der Henker sein Handwerk ausübt, ist dies freilich alles andere als ein Alibi. Schon gar nicht für die USA, die sich mit Ländern wie Iran, Vietnam oder auch Saudi-Arabien in denkbar schlechter Gesellschaft befinden. Und dabei ist es unerheblich, dass in den USA keine Minderjährigen mehr hingerichtet werden. Dies ist nur ein schwaches Zugeständnis an die Humanität. Zumal dann, wenn man stets mit der Vokabel Zivilgesellschaft hausieren geht und diese gar mit Feuer und Schwert verbreiten will.

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