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Kommentar: Konsequente Transparenz

Deutsche Manager müssen Farbe bekennen. Die Bundesregierung will Transparenz bei den Managergehältern und drückt ihr Ziel mit allen Mitteln durch. Das Bundeskabinett hat heute einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Vorstände aller börsennotierten Aktiengesellschaften zwingt, ihre Bezüge offen zu legen. Dabei will niemand ein Gesetz. Nicht die Ministerin, die lieber eine freiwillige Offenlegung nach dem Corporate-Governance-Kodex der Wirtschaft hätte. Nicht die Manager selbst, die Gehalts-Sozialismus in deutschen Führungsetagen befürchten und ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sehen.

Doch der öffentliche Druck ist zu groß, als dass die Regierung weiter auf Freiwilligkeit hoffen könnte. Zehn der führenden 30 Dax-Konzernchefs verweigern den Einblick. Und die Kapitalismusdebatte spielt der Politik sicher zusätzlich in die Hand. Auf den letzten Drücker hat sich die Regierung entschlossen, Pensionen und Abfindungen in das Transparenzgesetz aufzunehmen. Zum Glück. Sonst wäre es ein zahnloser Papiertiger geworden.

Dieter Fockenbrock
Dieter Fockenbrock
Handelsblatt / Chefkorrespondent
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