Kommentar
Konservativ zur Unzeit

Weshalb? Und weshalb gerade jetzt? Die Antwort der Investoren auf die überraschend kräftig ausgefallene Kapitalerhöhung der Lufthansa fiel deutlich aus: Der Aktienkurs nahm Sinkflug auf, die Branche reagierte ratlos.

Der Kranich-Konzern sprach von einer langfristig geplanten Kapitalerhöhung, die Milliardeninvestitionen in neue Jets wie den Riesen-Airbus A380 absichern soll. Doch ein Deal ausgerechnet jetzt, da die Aktie nach dem Ölpreisschock der vergangenen Monate deutlich abgetaucht ist?

Das Rätselraten, wofür sich Lufthansa eindeckt, hat begonnen: Eine große und riskante Akquisition im höchst ungesunden Airline-Business, die diesen Kapitalbedarf rechtfertigen würde, darf man getrost ausschließen. Zur Strategie der Lufthansa passt viel eher, nach dem Milliarden-Desaster mit der Catering-Firma Sky Chefs neue Abenteuer zu meiden und die eigene Kapitalbasis zu stärken. Also nur ein konservativer Schritt, um die Bilanz zu polieren? Doch weshalb so hastig, zu diesem ungünstigen Kurs? Die Börse reagiert nervös - weil diese Frage offen bleibt.

Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland
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