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Kommentar: Kurze Verschnaufpause für die Landesbanken

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Na also, selbst bei den Landesbanken kehrt in der nächsten Woche so etwas wie vorweihnachtliche Besinnlichkeit ein. In einem Doppelschlag haben die öffentlich-rechtlichen Institute jetzt die zwei größten Brandherde in der Gruppe zumindest bis zum neuen Jahr unter Kontrolle gebracht. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat sich einen Ruck gegeben und für die SachsenLB ein Notopfer zur Rettung locker gemacht, die wackelige WestLB hat auf den letzten Drücker die Kurve gekratzt und will jetzt bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) andocken.

Aber die Ruhe wird nur von kurzer Dauer sein. In Stuttgart werden die Träger das Verhandlungsergebnis von Vorstandschef Siegfried Jaschinski eher als „schöne Bescherung“ werten, schließlich summieren sich die möglichen Lasten auf mehrere Milliarden Euro. Solche Beträge vertragen sich eigentlich nur schwer mit der schwäbischen Mentalität. Und niemand weiß, welche bisher verdeckten Risiken aus der Subprime-Krise noch in den Bilanzen der Landesbanken schlummern. Die große Abrechnung kommt mit der Schlussbilanz für 2007.

Und am Main und Rhein werden sich jetzt nach dem Überraschungs-Coup der Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers und Roland Koch die Widerständler sammeln. Vor allem die Sparkassen in Hessen und auch in Nordrhein-Westfalen werden als maßgebliche Eigentümer alles tun, um eine „Vertikalisierung“ zu verhindern. Hinter dem Begriff verbirgt sich die Idee der Landesregierungen in Düsseldorf und Wiesbaden, die Landesbanken durch eine Übernahme von Sparkassen zu stärken.

Wahrscheinlich wird es keine offene Feldschlacht geben, aber eine Hinhalte-Taktik der Sparkassen bietet sich zumindest in der Mainmetropole an, weil hier der Landtagswahlkampf den Plan von Koch durchkreuzen könnte. Außerdem wird sich auch Helaba-Chef Günther Merl fragen, ob eine Kombination der Hessen mit den Großrisiken der WestLB eine Perspektive für sein Haus ist, zumal er bisher immer die „bärenstarke“ LBBW gelobt hat. Die Landesbanken können also nur eine Verschnaufpause einlegen. 2008 wird, dafür muss man kein Prophet sein, noch eine Gangart turbulenter und härter werden.

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