Kommentar
Löschers Agenda 2014

Die Problem häufen sich bei Siemens. Konzernchef Peter Löscher zeigt jetzt, dass er das Steuer immer noch fest in der Hand hält. Wenn die Kehrtwende gelingt, werden seine Kritiker verstummen.
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Manche haben Siemens-Chef Peter Löscher in den vergangenen Monaten Führungsschwäche vorgeworfen. In seiner ersten Amtszeit hatte er viele Erfolge, Siemens endlich auf Augenhöhe mit dem Erzrivalen General Electric gebracht. Doch In den vergangenen anderthalb Jahren machte sich Schlendrian breit. Die Margen erodierten, die Probleme häuften sich.

Doch jetzt zeigt Löscher, dass er das Steuer fest in der Hand hält. Das Sparprogramm fällt mit sechs Milliarden Euro sehr ehrgeizig aus. Zudem setzt Löscher sich bei der Profitabilität eine hohe Messlatte: die operative Umsatzrendite soll von 9,5 auf 12 Prozent steigen. Die Ziele sollen schon 2014 erreicht werden – Peter Löscher wird sich also schon in zwei Jahren daran messen lassen. Wenn die Kehrtwende gelingt, werden die Kritiker verstummen.

Einer der wichtigsten Schritte: Seit Jahren verspricht Siemens eine konsequente Portfoliopolitik. Doch meist blieb es bei Lippenbekenntnissen. Nun aber sollen Verlustbringer und Underperformer nicht mehr ewig mitgeschleppt werden.

Als erstes verkündete Löscher den Ausstieg aus der Solarenergie, nun sind die Wasseraktivitäten an der Reihe. Dies ist das Eingeständnis eines Scheiterns, denn beide Geschäftsfelder waren erst vor einigen Jahren durch Zukäufe aufgebaut worden. Doch Löscher nimmt diese Kritik nun in Kauf - und setzt damit ein wichtiges Signal nach innen. Es wird nicht mehr weggeschaut.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

Kommentare zu " Kommentar: Löschers Agenda 2014"

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  • nach 25% in der letzten Decade; heisst jetzt das Ziel aller DAX Chefs 12%??

    Ich sage aus volkswirtschaftlicher Sicht ist das bei den aktuellen Größen der Multinationals noch viel zuviel.

    Runter unter 10% und langfristig unter 5%. Dann kommen wir endlich bei der Discounterindustrie an.

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