Kommentar: LTU im Schlussverkauf

Kommentar
LTU im Schlussverkauf

Der Handelskonzern Rewe hat mit DBA-Eigner Hans Rudolf Wöhrl einen neuen Mitstreiter beim Ferienflieger LTU gefunden. Doch ob das die erhoffte Rettung bringt, ist fraglich.

Rewe-Chef Achim Egner hat den Ausstieg bei LTU geschickt vorbereitet. Mit einem Darlehen von 200 Mill. Euro hatte er der defizitären Airline noch mal über den Winter geholfen. Doch schon damals war der Sinn dieses finanziellen Engagements klar: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Denn in der Folge betonte er stets, dass es nicht zum Kerngeschäft von Rewe gehöre, eine Fluggesellschaft zu betreiben. Sollte LTU überleben, musste ein Investor her, und zwar schnell.

Trotzdem hat Egner Glück gehabt, dass er einen Luftfahrt-Enthusiasten wie den DBA-Eigner Rudolf Wöhrl als Partner gefunden hat. Denn die vergebliche Suche der vergangenen Jahre zeigte, dass sich kein nüchtern kalkulierender Investor für die Anteile an LTU interessierte. Der Luftverkehrsmarkt in Deutschland ist überbesetzt, zwischen den Billigfliegern und der übermächtigen Lufthansa werden die einst stolzen Ferienflieger zerrieben. Der Versuch, aus DBA und LTU einen überlebensfähigen Player zu machen, kommt um Jahre zu spät.

Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum
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