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Kommentar: Mehdorns großer Befreiungsschlag bei Air Berlin

Es ist der große Befreiungsschlag von Hartmut Mehdorn: Etihad steigt bei Air Berlin ein. Damit hat Deutschlands zweitgrößte Airline Zeit, sich in Ruhe um all die Probleme zu kümmern.

Handelsblatt-Redakteur Jens Koenen leitet das Frankfurter Büro und schreibt seit Jahren über Fluglinien. Quelle: Pablo Castagnola
Handelsblatt-Redakteur Jens Koenen leitet das Frankfurter Büro und schreibt seit Jahren über Fluglinien. Quelle: Pablo Castagnola

Mit der Golf-Airline Etihad hat Air-Berlin-Chef Mehdorn einen Investor gefunden, der zumindest für die kommenden zwei Jahre Ruhe bei Air Berlin reinbringen kann. Ruhe und Zeit, die die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft so dringend benötigt.

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Air Berlin ist in der Vergangenheit nicht nur viel zu aggressiv gewachsen. Die Expansion wurde zudem komplett über Fremdkapital finanziert. Das hat sich gerächt. Air Berlin leidet unter einem Schuldenberg. Gleichzeitig sorgt das operative Geschäft derzeit nicht für ausreichend Mittel, um diesen Berg abbauen zu können.

Daran wird sich trotz aller Bemühungen von Mehdorn so schnell nichts ändern. Die Luftfahrtbranche steuert auf eine neue Krise zu. Deren Dauer und Schwere ist zwar noch nicht absehbar. Doch Air Berlin steht mittlerweile auf einem so fragilen finanziellen Fundament, dass selbst eine nur leichte Zunahme des Gegenwindes reichen würde, um die Airline zur Notlandung zu zwingen.

Mit Etihad ist das dringendste Problem vorerst gelöst: die Finanzierung der nächsten Monate. Gleichzeitig behält Air Berlin seine Unabhängigkeit. Nun kann sich Mehdorn mit seinem Team um die Sanierung des operativen Geschäfts kümmern. Das ist gut so, denn Air Berlin hat durchaus eine Chance. Die Airline ist nicht nur grundsätzlich schlank organisiert und fliegt mit einer hochmodernen Flotte. Sie hat sich vor allem als zuverlässiger und guter Anbieter auf der Kurz- und Mittelstrecke einen Namen gemacht. Es gibt schlechtere Voraussetzungen für eine Restrukturierung.

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