Kommentar
Mehr Markt statt Neid

Weltweit wächst die Kritik an hohen Einkommen von Managern. Umstritten sind vor allem Aktienoptionen und Bonuszahlungen.

Nicht nur in Deutschland, auch in den USA hört man den Ruf nach einer (möglicherweise staatlich verordneten) Begrenzung von Vergütungen. Auch im Mannesmann-Prozess spielt diese Frage eine wichtige Rolle. Mehr und mehr fühlen sich Politiker zuständig, gestern beispielsweise Gerhard Schröder. Der Bundeskanzler hält „selbst genehmigte Millionengehälter“ publikumswirksam für einen Verstoß gegen „Moral und Anstand“.

In der gesamten Debatte gibt es ernst zu nehmende Argumente, auch aus marktwirtschaftlicher Sicht. Aber es schwingen auch viele Neidgefühle mit. Besser als künstliche Obergrenzen, welcher Art auch immer, wären marktwirtschaftliche Mechanismen. Richtig ist das Ziel erfolgsabhängiger Vergütungen, einige Gehaltsmodelle – vor allem in den USA – wirken aber einseitig. Das beste Beispiel sind die mittlerweile umstrittenen Aktienoptionen: Wenn der Kurs steigt, wirken sie als starker Hebel nach oben. In verschiedenen Fällen hat das zu Kursmanipulationen verführt.

Es mangelt an Symmetrie: Wenn sich der Unternehmenswert verflüchtigt, sollten marktwirtschaftliche Sanktionen greifen. Die Aktionäre, denen die Vorstände dienen, verlieren schließlich auch bei sinkenden Kursen.

Ein einseitiger Hebel ist gefährlich: Wenn Erfolge angestellter Manager belohnt, aber Misserfolge nicht bestraft werden, gehen Unternehmen leicht zu hohe Risiken ein. Ein Top-Manager kann mit einer Fusion viel Geld und viel Ehre verdienen. Wenn es schief läuft, wird er mit einem goldenen Handschlag verabschiedet – und die Eigentümer tragen den Schaden.

Um Auswüchse zu vermeiden, braucht man eine klare Regel: Der Hebel zwischen Gehalt und Unternehmensgewinn – oder Kurssteigerung – sollte in beide Richtungen wirken. Auf dieser Grundlage würden die meisten Manager aus eigenem Antrieb ein moderates Modell wählen.

Von den Aufsichtsräten ist in diesem Punkt leider nur wenig Initiative zu erwarten. Sie haben meist zu wenig Abstand zu den Vorständen. Der Druck muss daher von den Eigentümern der Unternehmen kommen.

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